Vanillekipferl – meine Art von Gipfeli


Ich backe und backe was das Zeug hält. Ich geniesse die Weihnachtsbäckerei, denn nachher muss ich wieder ein Jahr warten.

Meine heutige Herausforderung. „Vanillekipferl

Vanillekipferl (17)

Nichts besonderes? Denkt Ihr? Wartet ab, vielleicht gefällt es Euch auch wie mir.

Hat jemand eine Ahnung wie viele Rezepte von „Vanillekipferln“ es im Netz gibt? Eine gute Frage die ich nicht beantworten kann. Vielleicht weiss einer von Euch die Antwort. Vielleicht interessiert es auch kein Mensch. 🙂 Was ich aber mit Sicherheit weiss, es ist ein tolles Weihnachtsgebäck. Wer liebt Vanille nicht?

Die Guetzlischachtel muss voll sein

Meine Tochter hat ein Kindergarten – Anlass und da braucht Guetzli, jede Menge Guetzli. Also müsst ihr wohl oder übel ein wenig herhalten mit lesen, denn ich veröffentliche alle Rezepte hier auf meinem Blog. Nein Spass, nur meine Lieblingsdinger. Es gibt ja noch andere Köstlichkeiten an Weihnachten.

Meine Aufgabe vor dem schreiben

Ich stelle mir immer die Frage: Was für ein Gewinn können meine Leser aus meinen Artikeln ziehen. Ich schreibe gerne Dinge mit Mehrwert, zum Beispiel eine Idee die man brauchen kann. Trick`s die man zur Umsetzung bringt, oder einfach, weil es interessant ist, wie ich es mache.

Es wäre sehr dilettantisch, wenn ich einfach ein Rezept „Vanillekipferln“ niederschreiben würde. Die Reaktion wäre sehr gut zu verstehen. „Schon wieder ein Vanillekipferl“ Das Gebäck besteht meist aus den Zutaten: Mehl, etwas Mandeln, evtl. Haselnüsse, Zucker, Butter und Vanille. Jetzt könnte ich auftrumpfen und schreiben. In meinem Rezept hat es noch etwas Kardamom und Zitronenabrieb drin! Genial, oder?

Genial? Genial daneben eben

Nein, ich habe mir Gedanken gemacht, warum heisst das Kipferl, denn Kipferl? Es ist zwar gebogen wie ein Hörnchen, aber es sieht nicht aus wie eins. 😦

Ich durfte eine Zeit lang in der JOWA Bäckerei arbeiten. Die JOWA ist die Bäckerei die ein Grossist mit Backwaren beliefert in der Schweiz. Also spreche ich hier von X1000 Brotbackwaren. Ich, mit 23 Jahren war ein junger Patissier und wollte grundlegende Techniken erlernen in dem ich sie 100mal mache. Ich wurde drei Wochen in der Gipfel (Hörnchen) Produktion eingeteillt.

Ich liebe Gipfeli, denn ich weiss wie sie gemacht werden. 🙂

Zurück zum Vanillekipferl.
Kurz um, die Kipferl sehen immer nocht nicht wie ein Croissant – Gipfeli – Hörnchen – Kipferl aus?

Es gibt sicher Gründe. Ich wollte jedoch, dass meine Vanillekipferln so aussehen wie ein Croissant – Gipfeli – Hörnchen – Kipferl.

Das also war meine Idee.

Das Rezept meiner Oma so zu verändern, dass der Geschmack identisch ist, aber das Aussehen eben wie einem Gipfeli entspricht. Heute folge ich meiner Idee und experimentiere, bis sich mein Bild eines Gipfel manifestiert in diesem herrlichen Weihnachtsgebäck.

Ich entschuldige mich schon vorab, wenn ich Traditionen ein wenig über den Haufen werfe, aber das tue ich nur für mich ganz alleine im Stillen und es bekommt ja keiner mit. 🙂

Wie gesagt versuchen tue ich es mal mit dem klassischen Rezept meiner Oma. Ich habe ja schon einige Rezepte verwendet aus dem Koch- und Backbuch meiner Oma und die haben immer bestens funktioniert.

Also zum Rezept…

Vanillekipferl

Vanillekipferl (12)

Zutaten

125 g Weizenmehl
1/2 Msp Backpulver
1 Essl. Vanillezucker (Hausgemacht)
45 g Vollei
65 g Butter (Wachsweich)
50 g geriebene Mandeln

Zubereitung

Alle Zutaten miteinander zu einem Teig vermengen. Der Teig eine viertel Stunde ruhen lassen.

Zubereitung

Eine kleine Hilfe beim zuschneiden von Gipfeli (Hörnchen)

Viele von Euch haben mit Sicherheit schon oft Hörnchen gemacht, dann ist die Beschreibung nicht mehr so interessant.

Der Teig mit genügend Mehl dünn ausrollen auf eine Grösse von 24×30 cm.

Horizontale Bahnen schneiden von 10 cm in der Breite.

Erklaerung_1

Oberer Rand einteilen in 6 cm Abständen, nur leicht einzeichnen mit einem kleinen Messer das genügt schon.

Erklaerung_2

Auf der zweiten Bahn zuerst 3 cm abmessen und ab da versetzt wieder alle 6 cm eine Markierung setzten.

Erklaerung_3

Ein Maßstab oben nach 6 cm ansetzten und bei der unteren Bahn (3 cm) eine Diagonale durchschneiden.

Erklaerung_4

Das gleiche in der anderen Richtung.

Erklaerung_5

So haben wir mal die Dreiecke die wir brauchen um die Gipfel zu drehen.

Nun komme ich zum drehen der Kipferl.

Kipferln_rollen (1)Kipferln_rollen (2)Kipferln_rollen (3)Kipferln_rollen (4)

So, wenn ich alle gerollt habe und auf ein mit Backfolie belegtes Blech gesetzt habe, dann geht es ab in den Ofen.

Siehe da, ich habe es geschafft. Zwar nicht original, aber meine Art von Vanillekipferln. Die sehen nicht nur Fantastisch aus, wie Gipfeli halt. 🙂 Sie schmecken auch wie echte Kipferl.

Ich hoffe ich bin niemandem auf den Fuss getreten, wenn ich diese Köstlichkeit mal als echtes Gipfeli daherkommen lasse.

Wenn Ihr bis jetzt durchgehalten habt mit lesen und Ihr hier angelangt seit, dann wünsche ich Euch weiterhin viel Spass beim backen. Vergesst nicht, hört nicht auf mit Weihnachtsgebäck backen, denn Weihnachten ist erst in einem Jahr wieder.

Danke Euch

Euer Roger

 

20 Kommentare zu “Vanillekipferl – meine Art von Gipfeli

    • Ein Dank zurück. Ein grosses Anliegen von mir, detailliert und vor allem brauchbar bloggen. Wenn es auch noch kompetent rüber kommt, dann bin ich sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Liebe Grüsse Roger

  1. Das ist ja mal eine tolle Variante für die klassischen Vanillekipferl.
    Hoffentlich erinnere ich mich nächstes Jahr daran..dann werde ich die probieren.
    Ich hab ganz normal aussehende gebacken, dieses Jahr.

  2. Die sehen ja hübsch aus. Und sind mal etwas anderes mit der schönen Form 🙂
    Ich befürchte aber, für mich mit meiner eher grobmotorischen Veranlagung eine große Herausforderung 😉

    • Danke Dir. Uns haben, mit Betonung auf haben sie auch gefallen. Sind leider alle schon wieder weg. Ich befürchte, dass wir ohne Guetzli da stehen an Weihnachten. 🙂 übrigens sie sind wirklich einfach zu machen. Ein bis zweimal einrollen und es läuft wie am Band. LG Roger

      • Ich glaub nicht das Vanillekipferl ein österreichisches Weihnachtskeks ist, die gibt’s doch überall oder?
        Am besten so ein weltweites Patent 😉
        ABER nur wenn ich es nachbacken darf ggg

      • Nachbacken erlaubt. Die besten Patissier`s kommen aus Österreich! Und wiki sagt: Durch Marie Antoinette, eine Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, kam die Halbmondform der Kipferl angeblich nach Frankreich. 🙂

      • Ach das sagt man auch den Franzosen nach, Roger…Kind hat sich heute grad ein Dessert Kochbuch gekauft (die lernt Koch bei einem Drei Sterne Restaurant in einem Hotel hier in der Gegend) und die Namen klingen allesamt französisch von den Autoren her.
        Aber vielleicht sind die Kipferl wirklich von uns 😉

      • in den achziger habe ich noch hoch zu den Franzosen geschaut. Die Französische Küche ist nicht schlecht, habe sie auch lernen müssen und beherrsche sie aus dem FF. Dann 15 Jahre Chef Patissier und ich entdeckte die Österreichische Süsse. Nein wirklich die Pastry from Austria ist top!!! Hey, aber super, dass … Kind Koch lernt. Hut ab, finde ich toll.

      • In den 80ern hatten die Franzosen ja Hochkonjunktur, heute sieht das ja eh ganz anders aus. Ich denke jedes Land hat seine eigene ganz besondere tolle Küche und natürlich auch seine Süßspeisen.
        Sie wollte immer schon Koch werden, und jetzt ist ihr Ziel Haubenkoch 😉

  3. Das sieht schon wieder sehr guuut aus.
    Wenn ich es mache, dann muß ich halt das Doppelte rechnen, denn die Hälfte müßte sofort verkostet werden – im warmen Zustand 😀

    Cari saluti, Giovanni

    • Liebe Kati, normaler Weise bin ich sehr schnell im Beantworten von Fragen, nur in dieser Woche ist mir die Zeit durch weit voraus. Nun aber zu Deiner Frage die sehr berechtigt ist.

      Es ist ein sehr altes Rezept meiner Oma und zu Ihrer Zeit war Zucker eine Mangelware. Aus diesem Grund ist es wirklich so, dass die Menge an Vanillezucker richtig ist.

      Die Süsse kommt zum Schluss noch mit dem Staubzucker zum tragen.
      Ich hoffe ich konnte Dir die Antwort reichen.

      Ganz liebe Grüsse
      Roger

      • Lieber Roger,
        Vielen herzlichen Dank für die Antwort – ich werde mich dann demnächst daran versuchen.
        Lieben Gruß
        Kati

    • Hi Pri, etwas spät mit der Antwort, jedoch in der Gastronomie um die Festtage, oh welcher Stress. 🙂 Also je nach Ofen ist die Zeit 18-20 Minuten bei 180 Grad.
      Ich nenne es immer Sichtbacken. Schaue öfters hinein und entscheide dann, wenn sie gut sind. 🙂 liebs Grüessli Roger

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