Züri Gschnätzlets – im Aargau gekocht


Heute wird ein Zürcher Klassiker im Aargau gekocht.

Zueri_Geschnetzeltes (38)

Zürcher Geschnetzeltes mit einer Butterrösti. Ein Züri Gschnätzlets wird immer mit Kalbfleisch zubereitet. Alle anderen Zubereitungen wie zum Beispiel mit Schweinefleisch werden „Nach Zürcher Art“ genannt.
Ich persönlich verwende für das Züri Gschnätzlets im normal Fall eine Kalbsnuss.

Heute jedoch verwende ich Kalbsfilet.

Dafür verwende ich die Filetspitzen. Ab und zu kaufen ich Kalbsfilet, wenn dies der Fall ist, dann ein ganzes Filet. Daraus schneide ich die Medaillons und der Kopf und die Spitzen pariere und schneide ich in Streifen für Geschnetzeltes. Die Streifen werden Vakuumiert und tiefgefroren. Bei Bedarf kann ich dann auf den Vorrat zurückgreifen.

Zürich besteht darauf die Heimatstadt des berühmten Geschnetzeltes zu sein, was jedoch in keiner Geschichte ersichtlich ist.

Wer hat`s erfunden?

Vor langer nicht genannter Zeit bildeten sich Legenden über die Erfinderstadt des „Emincé de veau“.
Nicht wohlgesinnte Zeitgenossen behaupten gerne, dass die Einwohner der Zwinglistadt gar nicht die finanziellen Mittel gehabt hätten um ein Kalbfleischgeschnetzeltes an einer Weinrahmsauce zu erfinden.

Das Nationalgericht.

Grundsätzlich sollte es egal sein und ich lasse diese Legenden vorab weg. Ist es nicht so, dass ein Züri Gschnätzeltes oft und gerne bestellt wird, weil es einfach so toll schmeckt?
Ich würde das Züri Gschnätzeltes als ein Schweizer Nationalgericht bezeichnen. Ein Kalbfleischragout mit oder ohne Kalbsnieren. Die Bezeichnung „Ragout“ ist im Grunde auch nicht ganz korrekt. Das Züri Gschnätzeltes wird in feine längliche Stücke geschnitten und zwar von Hand. Also bitte keine grossen Würfel wie bei einem herkömmlichen Ragout.

Hohes qualitatives Fleisch erwünscht.

Über die Qualität des Fleisches wird auch oft diskutiert. Einige Köche verwenden das Fleisch vom Stotzen oder vom so genannten falschen Filet. Einige verwenden auch Unterspälte oder die Nuss. Klar ist jedoch, dass das Züri Gschnätzeltes ein „a la minute“ Gericht ist. Demnach muss das Fleisch eine hohe Qualität besitzen. Das Fleisch wird nur kurzgebraten, da braucht es ein zartes Stück. Idealerweise sollte es rosa und saftig serviert werden.

Regelmässig diskutiere ich mit Berufskollegen darüber, ob nun Kalbsnierchen hinein gehören oder nicht. Was ist Original, mit oder ohne?

Was ich mit Bestimmtheit weiss, es weiss keiner so genau.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Kalbsnieren dazu getan wurden um das Gericht erschwinglicher zu machen. Eigentlich sehr erfinderisch, das teure Kalbfleisch mit billigen Kalbsnieren zu ersetzten.

Die Beilage „Rösti“.

Ist die Rösti die ideale Beilage zum Züri Gschnätzeltes?
Schmecken tut sie ja, die Rösti. Was jedoch für mich wenig Sinn macht, wieso ein schwergewichtiger Kalorienhammer ausgerechnet zu einer ebenso gehaltvollen sämigen Rahmsauce gereicht wird. Sinn hin oder her. Hauptsache es schmeckt.

Wie es so oft ist, in der Geschichte der kulinarischen Herkünfte, keiner weiss genau…

Was ich aber mit Sicherheit weiss, was in mein Rezept rein kommt.

Züri Gschnätzeltes

Zueri_Geschnetzeltes (53)

Zutaten für 4 Personen

600 g Kalbsfiletspitzen
10 g Weissmehl
10 g Rapsöl
5 g Gewürzsalzmischung für Fleisch
Für die Sauce
30 g Butter
1 kleine Zwiebeln, geschält
200 g Champignons, frisch, gerüstet
120 g Weißwein
160 g Braune Kalbsbrühe
200 g Vollrahm
5 g Petersilie oder Schnittlauch
Salz und Pfeffer

Zubereitung

Zueri_Geschnetzeltes (14)Zueri_Geschnetzeltes (15)Zueri_Geschnetzeltes (16)Zueri_Geschnetzeltes (19)Zueri_Geschnetzeltes (21)Zueri_Geschnetzeltes (23)Zueri_Geschnetzeltes (24)Kalbsfiletspitzen in längliche Streifen schneiden.
Zwiebeln fein hacken.
Champignons abbürsten und in Scheibchen schneiden.
Petersilie waschen, zupfen, trockentupfen und fein hacken.
Die Kalbsfiletstreifen leicht mit Weissmehl bestäuben.
Das Rapsöl erhitzen, die Filetstreifen würzen und darin sautieren.
Herausnehmen und die Butter beifügen.
Die Zwiebeln gut andünsten und die Champignons beigeben.
Weiter dünsten und mit Weisswein ablöschen und um die Hälfte einkochen lassen.
Mit Weißwein ablöschen und auf die Hälfte einkochen lassen.
Kalbsfond, Fleischsaft und Rahm dazu geben und zur gewünschten Dicke einkochen.
Kurz vor dem servieren das Fleisch beigeben ohne weiter zu kochen.
Nach belieben kann noch geschlagener Vollrahm darunter gehoben werden.
Abschmecken, anrichten und mit der gehackten Petersilie oder dem Schnittlauch bestreuen.

Butterrösti

Zueri_Geschnetzeltes (35)

Zutaten für 4 Personen

600 g Kartoffeln
60 g Butter
Salz, Pfeffer und etwas Muskat

Zubereitung

Zueri_Geschnetzeltes (10)Zueri_Geschnetzeltes (11)Zueri_Geschnetzeltes (12)Zueri_Geschnetzeltes (13)Zueri_Geschnetzeltes (18)Die Kartoffeln in der Schale im Salzwasser kochen. Die Kartoffeln sollten knapp gar sein.
Abschütten und kurz abschrecken mit kaltem Wasser. Im warmen Zustand schälen.
Kalte Kartoffeln mit einer Röstiraffel grob reiben.
Geriebene Kartoffeln mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
In einer heissen Pfanne die Butter zerlassen, die Kartoffeln dazu geben. Gleichmäßig sautieren und zu einem Kuchen formen.
Beidseitig goldgelb knusprig braten, anrichten und mit einem Butterpinsel überglänzen.

Es lohnt sich die Rösti in kleinen Pfannen, Portionenweise zu braten. Sieht einfach hübscher aus. Die einzelnen Rösti`s können im Backofen bei 80 Grad gut warm gehalten werden.
Ich persönlich verwende beim überglänzen der Rösti eine Nussbutter. Eine Nussbutter wird aus herkömmlicher Butter hergestellt. Man zerlässt die Butter in der Pfanne. Lässt sie braun werden bis sie Nussig riecht. Nicht schwarz werden lassen. Zwar gab es früher „Beurre noire“ aber heutzutage wird die schwarze Butter kaum noch verwendet. Ernährungswissenschaftlich sehr ungesund und es soll ja auch schmecken!

Schmecken tut das Züri Gschnätzlets uf jedä fall.

En guetä

Euer
Roger


Cervelat – en ächtä Schwiizer


Heute, Montag ist wiedermal die schnelle Küche angesagt. Da kommt mir ein echter Schweizer gerade recht.

Arbeiter Cordon-bleu mit meinem schnellen Kartoffelsalat.

Cervelat (23)

Aufgewachsen bin ich mit der Brühwurst aus der Schweiz. Der Servelat wie er in Zürich genannt wird, oder der Chlöpfer in Basel ist beinahe ein Schweizer Kulturgut. Der St.Gallerische Stumpen gehört auch zur Familie.

Ich möchte keine Bewertungen abgeben, wer die beste Brühwurst herstellt, die aus Rind-und Schweinefleisch, Rückenspeck und Schwarte besteht. Eis, Gewürze und Pökelsalz sind ebenfalls noch ein Bestandteil.

Wie wichtig der Servelat (Standardsprachlich gilt nur das Maskulinum „der Cervelat“ als richtig, umgangssprachlich wird in Anlehnung an „die Wurst“ jedoch vielfach auch der feminine Artikel verwendet) für die Schweiz ist, zeigte der Artikel von „foodaktuell“ aus dem Jahre 2007 mit der èberschrift „Ist die Cervelatkrise abwendbar?

Eine ganze Nation bangte damals um ihre Wurst. Aus Angst vor BSE lässt die EU diese Innereien nicht mehr als Lebensmittel zu. Weil die Schweiz ihr Lebensmittelrecht der EU angepasst hat, muss sie den Import von brasilianischen Rinderdärmen auch verbieten.

Der Cervelat ist vielseitig. Ob aufgespiesst über dem Feuer, oder als Wurstsalat mit Käse. Kalt gegessen mit Senf. Schmackhaft immer und überall.

Ich liebe die Zubereitung mit Käse und Speck. Hierzu Lande spricht man vom Arbeiter Cordon bleu. Dazu serviere ich etwas Kartoffelsalat.
Übrigens, der Kartoffelsalat in der Schweiz wird oft mit Mayonnaise angemacht. Ich mag ihn aber nicht so besonders. 😦

Zuerst mal zum schnellen Kartoffelsalat.

Jedes mal, fast jedes mal, wenn ich Lust auf Kartoffelsalat habe, dann reicht die Zeit nicht dazu ihn fachgerecht herzustellen. Auch, wenn die Zeit nicht ausreicht, möchte ich jedoch nicht auf Kartoffelsalat verzichten. Dafür habe ich mein „schneller Kartoffelsalat“ kreiert.

Schneller Kartoffelsalat

IMG_1475

Zutaten für 4 Personen

400 g Kartoffeln geschält
400 g Rinderbrühe selbstgemachte
100 g Weissweinessig
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Essl. Schnittlauch
Salz und Pfeffer

Schneller Kartoffelsalat 1 IMG_1452 IMG_1453 IMG_1454 IMG_1455Zubereitung

Die Rinderbrühe mit den gehackten Zwiebeln, Schnittlauch und dem Knoblauch zum kochen bringen.
Die Kartoffeln in Scheiben schneiden, etwa 4 mm dick.
Kartoffelscheiben in der Rinderbrühe mit dem Weissweinessig gar kochen.
Die gekochten Kartoffel in eine Auflaufform giessen und sofort abkühlen.
Das mache ich im Kühlschrank. Der Kühlschrank reguliert den Wärmeeinfluss. Im Winter kann man den Kartoffelsalat auch draussen abkühlen lassen.
Den Salat noch abschmecken mit Schnittlauch, Salz und Pfeffer

Arbeiter Cordon-bleue

IMG_1477

Zutaten für 4 Personen

4 Cervelat
100 g Emmentaler
12 Scheiben gerauchter Bauernspeck

IMG_1456 IMG_1457 IMG_1458 IMG_1459Zubereitung

Die Cervelat zuerst schälen, also vom Rinderdarm befreien.
Der länge nach eine Tasche einschneiden.
Der Emmentaler in 6x3x1 cm grosse Stücke schneiden.
Die Tasche im Cervelat damit füllen.
Mit Speck umhüllen, so das der Käse richtig eingepackt ist und nicht austreten kann.
In wenig Rapsöl rundherum kross anbraten.

Serviervorschlag

Ich serviere immer etwas Blattsalat dazu. Oft schnipple ich noch Gurke, Karotte und Petersilie rein. Schmecke den Salat nur mit Olivenöl, Zitronensaft, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle ab. Richte den Blattsalat auf einem Teller an und obenauf kommt der schnelle Kartoffelsalat. Der Cervelat halbiere ich nur aus dekorativen Gründen.
Etwas feiner Senf dazu und der Schweizer ist Glücklich. Noch ein einheimische Bier dazu und die Welt ist in Ordnung.

En guetä wünscht eu

Roger

Impressionen

Cervelat (6) Cervelat (7) Cervelat (17) Cervelat (25)

 


Brioche – die Köstliche


Unser Tag begann mit einer Französischen Köstlichkeit.

Brioches

Brioche (13)

Was weiss ich über Brioche?

Eines der edelsten Brotsorten überhaupt. Kein Zopf, kein Brötchen kann dem Brioche das Wasser reichen. Klar das Brioche ist nichts für Diättage. Der hohe Butteranteil ist jedoch der Geschmacksträger überhaupt, dass das Brioche so herrlich zart und geschmeidig wird.

In der Französischen Küche kaum weg zu denken. Zum Frühstück, als Beilage zu Lachs, Kaviar und Gänseleber. In der Schweiz wird das Brioche eher weniger aufgetischt. Hier regiert noch das Weggli und der Zopf. In Deutschland kennt man das Brioche als Apostelkuchen.

Der Briocheteig kann auch vielseitig verwendet werden. Ich zum Beispiel packe Schweinefilet damit ein. Fülle die ausgehöhlten Brioches mit wachsweichen Eiern als edles Frühstücksei. Eine Waadtländer Saucisson im Brioche-Teig ist auch nicht zu verachten.

Natürlich gibt es auch das fabelhafte Briochetoast. Für geräucherten Lachs serviere ich nur Toast aus Briocheteig. Für edles Panierbrot eignet sich der Toast ebenfalls.

Im Hotel Bellerive au Lac in Zürich wurden sogar ganze, schwarze Trüffel in den Brioche-Teig eingearbeitet. Das jedoch geht für mich etwas zu weit. Ich bevorzuge das Brioche als Frühstücksbrot. Doch die grossen Brioche`s die ich in ein Party-Brot verwandle kommen bei meinen Gästen auch sehr gut an. Wir produzieren sicher bis zu 50 solcher Brote im Monat.

Auf was muss man achten.

Die Butter bestimmt die Qualität. Dem Teig sollte man Zeit schenken. Liebevolle Handarbeit, auf das stehen Brioche`s. Einer von Hand gekneteter Brioches kommt besser, als ein vergewaltigter Teig aus der Maschine. Ich weiss nicht warum, aber für mich ist es so. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Ich bleibe aber bei meiner Bildung.:-) Ich Knete einfach gerne von Hand. 🙂

Alle Zutaten sollten richtig kalt sein, denn der Teig wird sehr lange geknetet und kann nur so die große Buttermenge aufnehmen, ohne schmierig / ölig zu werden. Wie jedes gute Gebäck braucht es etwas Zeit, man kann nicht husch husch einige Brioches backen.

Der Teig liebt ebenfalls viel Ruhe. Er sollte über Nacht sein Schlaf bekommen. Das ist sehr wichtig für die Qualität eines Brioches und zahlt sich aus.

Mein Rezept verwende ich schon seit der Lehrzeit. Es gibt bestimmt bessere Rezepte, aber mit diesem habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Zum Rezept

Brioches

Brioche (10)

Zutaten

25 g Hefe

20 g Zucker

30 g Vollmilch

90 g Eier

240 g Weißmehl, Typ 550

4 g Salz

90 g Butter (2)

25 g Ei zum Bestreichen

10 g Butter zum bestreichen der Förmchen

Zubereitung

Die klassischen Briocheförmchen mit der Butter ausstreichen.

Die Milch leicht erwärmen. Hefe und Zucker darin auflösen.

Mehl und Salz mischen.

Die Eier kurz aufschlagen und mit der Milch-Hefe-Zuckermischung zu dem Mehl giessen.

Die Mischung sehr gut zu einem Teig kneten.

Die wachsweiche Butter beigeben und fertig kneten

Den Teig über Nacht kühl stellen.

Teigstücke, je nach gewünschter Grösse abwiegen. (40-45 g)
Die Teigkugeln gut aufwirken.
Mit der Handkante davon Köpfchen von ca. Fingerkuppengröße abrollen (nicht abdrücken).

Das grössere Teigstück in der Mitte mit einem Finger eindrücken, damit eine Öffnung entsteht und das Köpfchen hindurch ziehen.

Das fertige Brioches in die gebutterten Förmchen geben und aufgehen lassen.

Mit Eistreiche bepinseln.

Im Backofen bei 200-220 °C und offenem Dampfabzug 10-15 Minuten backen.

Die Brioches genisse ich persönlich noch lauwarm.


Kübisschnitzel – Wiener Art


In der Eile entstehen oft die besten Ideen.

Gestern präsentierte ich hier auf meinem Blog meine gelungenen Fusilli. Die einerseits viel Spass gebracht haben, bei mir und meiner Frau. Gemeinsam in der Küche stehen und um die Wette „drehen“. 🙂 Anderseits den Stolz mit sich herumtragen zu dürfen, dass die Fusilli gehalten haben. Schmackhaft, schön und saugfähig gegenüber der Sauce waren sie ebenso.

Die Tatsache, dass ich was besonderes machen wollte mit den Fusilli kann ich nicht verbergen. Die Zeit und der fleischlose Kühlschrank zwangen mich jedoch, eine für mich gelungene Idee rasch um zu setzten.

Ein paniertes Schnitzel aus Kürbis.
Dafür verwende ich den „BigMax“ Kürbis. Er wurde liebevoll von unserer Nachbarin in ihrem Garten aufgezogen und lagerte im Gartenhäuschen.

Schnell, einfach und das Schnitzel muss sich nicht schämen ohne Fleisch daher zu kommen. Wie ich gestern versprochen habe, reiche ich das Rezept nach.

Paniertes Kürbisschnitzel

Kuerbisschnitzel (6)

Zutaten für 4 Personen

400 g Kürbis

120 g Semmeln (ältere)

2 Eier

1 Teelöffel Paprikapulver

40 g Mehl

Salz und Pfeffer

Semmelbrösel zum panieren

Zubereitung

Den Kürbis zuerst zurecht rüsten. Halbieren. Das Kerngehäuse und die Schale entfernen.
Die gerüsteten Kürbisschnitze durch eine Röstiraffel in eine Schüssel reiben.
Hinterher gleich die Semmel dazu reiben mit der gleichen Raffel.
Das Mehl, Paprikapulver und die Eier ebenfalls in die Schüssel geben.
Abschmecken mit Salz und Pfeffer.
Gut vermengen und etwas ruhen lassen, damit die Semmelbrösel die Flüssigkeit aufsaugen und etwas Bindung entsteht.

Etwa 80 g Kürbismasse zu einer Kugel drehen. Das muss nicht perfekt sein.
Ein flaches Blech oder Gratinform mit genügend Semmelbrösel bereit stellen.
Die Kugel in die Brösel drücken. Es braucht dabei kein Mehl und Ei zum panieren.
Wenden und mit einem leichten Druck zu einem Schnitzel formen.

Kuerbisschnitzel (1)In einer beschichteten Pfanne etwas Butterschmalz oder ausgelassene Butter erhitzen.
Die Kürbisschnitzel beidseitig goldig braten.

Der Wiener möge es mir verzeihen.

Mein Kürbisschnitzel nach Wiener Art! Schmeckt hervorragend und ist besonders geeignet für Kinder die etwas verstecktes Gemüse vertragen können.

Probiert`s aus und schreibt mir doch wie es bei Euch angekommen ist.

Danke

Euer

Roger


Falsches Jägerschnitzel – Richtige Fusilli


Wie geht es meinen Fusilli?

Nach dem mich Robert lamiacucina darauf aufmerksam gemacht hat mit dem lieben Kommentar: „Das Beweisfoto (ob sie gehalten haben) fehlt zwar, aber nach guter Trocknung sollten sie das schon. Ich glaube Dir.“

Ich war wohl so begeistert, dass sie gelungen sind, dass ich vergessen habe die Fotos zu posten. 🙂 😦 Eine Frechheit!

Jaegerschnitzel_1

 

IMG_1443

20140109_63

Schön sehen sie aus, so getrocknet und immer noch spiralig. Nach dem lieben Kommentar von gestern, bin ich etwas nervös.

Anne schrieb: Sehr meditativ, das Video. Schade, dass es so kurz ist – ich hätte Dir noch Minuten länger zusehen können… Bin gespannt auf’s Rezept und ob die Nudeln so schön spiralig bleiben.

Liebe Anne, wie Du siehst, standen die Pastagötter auf meiner Seite. Zum Glück. Es ist doch so, dass ich zum ersten Mal solche Fusilli von Hand gemacht habe. Im Geschäft übernimmt das unsere Pastamaschine. (Die sind gepresst) Ich wusste zwar, dass sich der Teig für alle Sorten Pasta eignet. Als meine Frau mich fragte: Hebet di dän au, wen sie kocht sind? Anne auch gespannt war, ob sie spiralig bleiben, da ging mir schon etwas die Muffe. Ich habe in der Vergangenheit sicherlich noch nie so aufmerksam Teigwaren gekocht. 🙂

Was gibt es eigentlich zu den Fusilli?

Salat? Nee. So was frisches, Italienisches mit Basilikum oder so. Wäre was! Irgendwie stehe ich heute total auf Rahm (Sahne, Oberst) Ein Schnitzel dazu? Vielleicht ein Jägerschnitzel? Ohh jaa!

Halt und Stop!

Ich bin nicht der einzige in der Familie der was zu sagen hat, also muss ich etwas umdenken. Gemüse fehlt, (ausser Champignons) also mache ich doch ein Jägerschnitzel mit Fusilli und Gemüse. Genial? Genial daneben!
Es ist 11.32 Uhr und um 12.00 Uhr wird gegessen. Kein Fleisch im Kühlscharank. Keine Zeit um etwas auf zu tauen. Metzger im Dorf schliesst um 12 Uhr.

Ja gut, setzte ich mal das Kochwasser für die Fusilli auf. Gehe auf die Terrasse mit einem Espresso und überlege mir rasch, wie komme ich zu meinem Jägerschnitzel.

Ein halber Kürbis vor meinen Augen.

Kuerbis

Unsere Nachbarin hatte vor 2 Tagen einen Kürbis vorbei gebracht. Eigene Zucht 🙂 Riesiges Teil. Als ich den Kürbis gesehen habe schoss mir die Idee in den Kopf, mach ein Jägerschnitzel daraus!
An alle die jetzt denken, dass was nicht stimmt mit, haben vielleicht recht, wenn mein Vorhaben nicht gelingt.

Das Kürbis – Schnitzel

Zackig lege ich los. Ich schneide etwa 400 g Kürbis zurecht. Reibe die Kürbisstücke durch meine Röstiraffel.

Jaegerschnitzel (3)Zerhacke ein älteres Semmelbrötchen (120 g), knacke 2 ganze Eier dazu. Mehl in der Menge von 4 Esslöffel dazu. Mit der Hand knete ich die Masse durch, als wäre es Rinderhack. 🙂 Noch etwas Panierbrot dazu, etwa 60 g denke ich. Paprikapulver, Salz und Pfeffer rein. Finger Löffel rein und probieren. Noch etwas mehr Salz und es passt.

Eine Auflaufform füllen mit Panierbrot. Mit einem Saucenlöffel, den ich als Portionierer verwende, hebe ich eine Kugel aus der Schüssel.

Jaegerschnitzel (7)Ich denke, hoffentlich funktioniert das so? Die Kürbismasse ist etwas feucht und weich, aber ich will sie auch nicht töten mit Panierbrot. Also drücke ich die Kürbiskugel einfach in das Panierbrot, wende es mit einer Bratschaufel und presse nochmals auf das werdende Schnitzel drauf.

Jaegerschnitzel (1)Forme es noch etwas zurecht und ab in die heisse Butter. Beim Transport von der Panierstation in die Pfanne müsst Ihr vorsichtig sein. Am besten wieder die Bratschaufel benützen.

Beidseitig goldgelb braten als wäre es ein Schnitzel. Hallo? Ist es auch, ein Kürbisschnitzel!

Ich bin so was froh, dass ich den Anforderungen meiner Famillie nachgekommen bin.

IMG_1440Ich habe mein Schnitzel. Die Kinder ihr Gemüse. Was will man mehr. Das kombiniert mit meiner feinen Champignossauce und die nicht in Vergessenheit geratenen Fusilli.

Ich werde heute Abend, weil alles so schnell ging, das genaue Rezept vom „Kürbisschnitzel“ noch hier auf meinem Blog nachreichen.

Eine wirkliche gelungene Art eines Gemüse – Schnitzel. Da bin ich mal nicht bescheiden. Es hat uns so gut geschmeckt, dass ich ein weiter Teil des riesen Kürbis noch zu „Schnitzel“ verarbeiten werde und versuche sie ein zu frieren. Als Notvorrat in Zeiten, wenn ich mal wieder Lust auf ein Schnitzel habe. 🙂

Die Kinder haben nicht gemerkt, dass gar kein Fleisch auf dem Teller lag. Somit habe ich wieder eine Art gefunden, wie ich gesundes Gemüse unterjubeln kann. 🙂

In dem Sinne

Waldmannsheil
Euer
Roger


Fusilli-im Handumdrehen gedreht


Heute ist Handarbeit angesagt.

20140109_63

Frische Pasta stehen auf der Tagesordnung. Ich habe mir überlegt, soll ich ein Ravioli, Spaghetti oder Krawettli (Farfalle) machen. Keines der herrlichen Teigwaren haben mich motiviert. Ich wollte mal was anderes machen.

Da kahmen die Fusilli ins Spiel.

Fusilli sind Nudeln die in einer Spiralenform daher kommen. Im Normalfall sind sie 4 cm lang. Sie werden aus Hartweizenmehl, Wasser und Salz hergestellt.

Angeblich habe man am Hofe des florentinischen Herzogs den Nudelteig auf den Boden fallen lassen. Der kleine Sohn des Küchenmeisters griff sich daraufhin die Stricknadel der Großmutter und begann damit, den Teig drum herum zu wickeln: Geboren war die Fusilli.

Abgeleitet wird der Begriff vom italienischen Wort für „Spindel“.

Da „Fusilli“ für die Schweizer Zunge anscheinend zu kompliziert klang, griff man hierzulande auf die Bezeichnung Spiralen zurück.

Die Fusilli ist in der Schweiz auch als Salat sehr beliebt. Man findet den Salat in fast allen Mitarbeiterrestaurants (Kantinen) auf dem Buffet. Früher war es eine gute Verwertung von Resten. Heute wird der Salat frisch zubereitet.

Die spiralförmige Nudel hat die grossartige Eigenschaft, die dazu gehörige Sauce in ihren Ritzen auf zu nehmen und in den Mund zu transportieren. Es gibt viele Variationen zu kaufen. Nur die selber gemachte Fusilli schmeckt einfach besser. Der Grund liegt vermutlich im „selber machen“ Es steckt einige Zeit und Arbeit in einer solchen kleinen Nudel. Besonders, wenn der Pasta-Macher nicht geübt ist in der Technik mit der Stricknadel.

Ich wäre nicht ich, wenn es da nicht eine etwas schnelle Variante geben würde. Also viel Zeiteinsparung habe ich allerdings nicht erzielt. Was ich aber garantieren kann, es ist etwas einfacher, sie so zu machen.

Nun zu meinem Pasta – Teig. Ist beinahe langweilig, mein Rezept! Wie ich schon in meinem Blog oftmals geschrieben habe, „Ich verwende dieses Rezept für alle Pasta-Sorten.

Pasta Teig

Zutaten für 4 Personen

300 g Mehl

150 g Eier

Zubereitung

Mehl und Eier zu einem Teig verarbeiten. Dem Teig sollte noch etwas Ruhe gegönnt werden, bevor er durch die Nudelmaschine gedreht wird.

Meine Art die Fusilli zu machen.

Ich lassen wie gesagt den Teig etwas ruhen. Bevor ich den Teig verarbeite, lasse ich ihn an die Zimmertemperatur herankommen. Meiner Ansicht nach lässt er sich so besser verarbeiten.

20140109_3

Nun kommt meine kleine Nudelmaschine zum Einsatz. Die ich für ein paar Italienische Lira in Lecce gekauft habe. Ich glaube das war 1992 oder so. Sie lebt immer noch, hart im nehmen und wenn man sie ein wenig pflegt ist sie nicht tot zu kriegen.

Der Pastateig drehe ich nun durch die Maschine bis zu Stufe drei herunter. Danach schneide ich akkurate Rechtecke aus. Etwa etwa 6 cm lang und in der Breite der Nudelmaschine. Dieser Teig sollte immer mit einer Klarsichtfolie abgedeckt werden, da er sehr schnell austrocknet.

Jetzt kommt der Aufsatz für Nudeln an die Maschine und ich drehe die Teigplatten in 6 mm Nudeln. Diese 6 cm langen und 6 mm breiten Nudeln decke ich wie gesagt sofort mit einer Klarsichtfolie ab.

Dann hole ich mir eine „echte Nonna“ und bitte sie mir die Fusilli zu drehen. In der Zwischenzeit gehe ich mal rasch einen  Espresso (österreichisch: Röster oder Mokka) 🙂 trinken.

Das wäre die Lösung!

Nein sicherlich nicht! Es macht viel mehr Spass sie selber zu drehen. Es braucht am Anfang etwas Übung, aber wenn es dann Wortwörtlich rollt, dann ist man sehr Stolz auf sein Ergebnis.

Da ich nicht Stricke und meine Frau auch nicht, (Eines der wenigen Dinge die wir nicht tun) nehme ich ein dünner Holzspiess mit dem ich normalerweise die Nadelprobe bei Kuchen mache.

Ich zeige das Drehen anhand einer kleinen Videosequenz und hoffe, dass ich Euch damit zeigen konnte wie ich sie im Handumdrehen fertig hatte. 🙂

Falls Ihr andere Methoden habt, dann bin ich wie immer sehr froh, wenn Ihr mir schreibt, wie es auch gemacht werden kann. Gebt mir doch einem Kommentar ab. Eure Erfahrung mit Fusilli oder vielleicht gibt es einen Interessanten Link zu diesem Thema.

Und Morgen auf diesem Blog

Ich zeige was aus den Fusilli fatto a mano geworden sind.

Herzlichen Dank

Buon Appetito

Euer

Roger


Consommé – klar hat sie Kraft


Heute zeige ich Euch mein Liebling unter den Suppen.

Einerseits weil sie hervorragend schmeckt, anderseits kann ich sie vorbereiten.

Es gibt eine Kraftbrühe unter der Blätterteighaube. Ein Klassiker aus den 80ziger. Paul Bocuse hat sie schon gekocht. 🙂 Nichts desto trotz. Ein wenig aus der Mode gekommen habe ich sie bei Grossanlässe wieder eingeführt.

Als Beispiel bei 400 Personen (Bankett) habe ich zwar eine längere Vorbereitungszeit, aber die Consommé kann am Vorabend schon fix und fertig im Kühlhaus bereit stehen. Am eigentlichen Anlass muss sie nur noch auf den grossen Auftritt warten und gebacken werden.

Zuhause gilt das gleiche. Was ich sehr geniesse ist, dass meine Gäste immer wieder erstaunt sind über diese Consommé. Aus dem einfachen Grund! Die Kraftbrühe ist in Vergessenheit geraten.

Was ist eigentlich eine Consommé?

IMG_5729

Die Kraftbrühe ist eine starke, reichhaltige, würzige Suppe. Durch Konzentration des Fleisches und die Klärung der Suppe wird sie als Klare Kraftbrühe bezeichnet.

Das Wort Consommé bedeutet „abgeschlossen“ oder auf Französisch „konzentriert“. Die Farbe erinnert an einen Bernstein. Die Kraftbrühe kann aus Rindfleisch oder Kalbfleisch gemacht werden. Auch Hühnerbrühe, Fischfond oder Gemüsebouillon kann geklärt werden. In jedem Fall sind die Unterscheidungsmerkmale einer Kraftbrühe, starker Geschmack und ihre Klarheit.

Die klassische Consommé wird durch eine Mischung aus Eiweiss, Fleisch und Gemüse geklärt.

Das sogenannte Klärfleich zieht Proteine ​​und andere Verunreinigungen aus der Flüssigkeit, so dass sie vollkommen klar wird. Consommé wird oft als Vorspeise gereicht. Häufig mit einer einfachen Beilage von Gemüse in geschnittener Form serviert. Es gibt bekanntlich viele Variationen mit Eierstich, Pilzen, Ochsenschwanz und und und. Durch den hohen Gehalt an Gelatine wird die Kraftbrühe im kalten Zustand auch als Aspik verwendet.

Die Zubereitung macht unseren Lehrlingen oft Angst. Dabei ist es nicht schwierig eine Kraftbrühe herzustellen. Es klärt sich von selbst. 🙂

Zu meinem Grundrezept
(Verwende ich seit meiner Lehrzeit)

Klare Kraftbrühe

Zutaten

3 Liter Bouillon
450 g Klärfleisch (mageres Kuhfleisch)
200 g Wasser
60 g Karotten, geschält
40 g Knollensellerie, geschält
70 g Lauch, grün, gerüstet
70 g Zwiebeln, geschält
50 g Tomaten
60 g Eiweiss, frisch
Lorbeerblätter
1 g Pfefferkörner, weiß
Salz

Zubereitung

Kuhfleisch durch die grobe Scheibe (5 mm) des Fleischwolfes treiben. (Kann beim Metzger schon so bestellt werden)
Zwiebeln halbieren, Schnittflächen in einer Lyoner Pfanne zur Farbgebung ohne Fettstoff rösten.
Lauch längs halbieren und waschen.
Gemüse in Matignon (kleinwürfelig) schneiden, Tomaten in Stücke schneiden.
Kuhfleisch, Matignon, Eiweiss, Gewürze, Tomatenstücke und Wasser (= Klarifikation) kräftig vermischen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Kalte fettfreie Bouillon bereitstellen.

Klarifikation in die kalte Bouillon geben und gut verrühren.
Angeröstete Zwiebelhälften beigeben.
Unter vorsichtigem Rühren mit einer Bratschaufel langsam zum Siedepunkt bringen.
Nach dem Aufkochen nicht mehr rühren.
Abschmecken, des Öfteren abschäumen und abfetten.
1 Stunde leicht sieden lassen.
Sorgfältig durch ein Passiertuch passieren.
Mit Küchenpapier restlos entfetten und abschmecken.
Hinweise für die Praxis

Kraftbrühen werden oft mit Madeira, Sherry oder Portwein parfümiert.

Die Veredlung mit Gemüse und der Haube aus Blätterteig.

IMG_5680 IMG_5681 IMG_5682 IMG_5683 IMG_5684 IMG_5685 IMG_5686 IMG_5687 IMG_5688 IMG_5690 IMG_5691 IMG_5692 IMG_5693 IMG_5694 IMG_5696 IMG_5697 IMG_5698 IMG_5699Die kalte Consommé fülle ich geeignete Tassen ab. Gemüse wie Lauch, Sellerie und Karotten schneide ich in Julienne und blanchiere sie und Schrecke es sofort im kalten Wasser ab.
Beim Blanchieren verwende ich stark gesalzenes Wasser, damit die Julienne nach dem Eisbad auch nach etwas schmecken.
Leicht mit Küchenpapier abgetupft wandert das Gemüse in die Consommé.

Ich nehme fertigen Blätterteig (kriege ich beim Bäcker meines Vertrauens) und steche runde Scheiben aus.
Wenn die Tasse 12 cm Durchmesser hat, muss der Ring zum ausstechen 13 cm sein.

Die ausgestochen Scheiben bestreiche ich mit Ei und lege sie vorsichtig mit der bestrichen Seite auf die Tasse. Mit beiden Händen vorsichtig andrücken und die Oberseite ebenfalls mit Ei bestreichen.

Wenn ich Zeit habe kommt noch eine Rose aus Blätterteig oben auf.

Die fertige, edle Suppe kommt nun in den Kühlschrank und wartet auf ihren grossen Auftritt.

Gebacken wird bei 180 Grad Umluft und dies ganze 20 Minuten lang. Dabei achte ich aber immer auf mein oft beschriebenes Sichtbacken.

Die Consommé könnte theoretisch auch auf die Gäste warten. Nach 15 Minuten am Tisch immer noch heiss!

IMG_5732

Klare Sache, nicht wahr?

Ich danke für Eure Zeit. Hoffe Ihr kocht diese edle Suppe mal nach und lasst mich dann wissen, wie sie angekommen ist bei den Gästen.

Es grüsst

Euer Roger


Drei Könige – königliches Gebäck


Heute war es wieder so weit. Der Dreikönigstag oder „Heilige Drei Könige. In der Schweiz hegen wir die Tradition ein Gebäck namens Dreikönigskuchen zu backen. Vor allem für die Kinder ist dieser Brauch interessant. Da der Dreikönigskuchen ein Geheimnis in sich trägt. Ein Plastikkönig, der in ein der sieben Brote versteckt wird, gilt es zu treffen. Die sieben Hefegebäcke werden aneinander gefügt und als ganzes gebacken. Jeder in der Familie darf nun ein Stück davon nehmen und hoffen, dass er den König erwischt und damit der König im Hause ist, für ein Tag. Üblicherweise darf die Person auch eine Krone tragen.

Die Geschichte hinter dem Dreikönigstag.

Eigentlich wird am 6. Januar das Fest der Erscheinung und Offenbarwerden gefeiert. Zu Griechisch „Epiphanias“.
Die Göttlichkeit von Jesus wird an diesem Tag gefeiert. Im 4. Jahrhundert wurde die Namensgebung „Dreikönigstag“ erstmal erwähnt.
In einigen Länder dieser Erde findet am 6. Januar der Tag der Bescherung statt. Also nicht wie bei uns am 24. oder 25. Dezember.

In Spanien oder Russland wird am 6. Januar Weihnachten gefeiert.

In den orthodoxen Ländern wird nach dem Lulianischen Kalender gerechnet und nicht nach dem Gregorianischen. In Russland kommt „Väterchen Frost und nicht der Weihnachtsmann und das auch am 6. Januar, nicht wie bei uns.

Die Geburt Jesus feierte man früher auch am 6. Januar und nicht wie bei uns an Weihnachten. Die
Früher feierte man am 6. Januar die Geburt Jesus und die Anbetung der „Weisen aus dem Morgenland“. Die ältesten Überlieferungen über die Begehung dieses Festes stammen aus dem Jahr 336.

Ende des 4. Jahrhunderts wurden die Feste voneinander getrennt.

Am 25. Dezember die Geburt Jesus und am 6. Januar die Heiligen Drei Könige.

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige nimmt Bezug auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern zu dem Stall folgten, in dem Jesus geboren wurde. Sie waren die ersten Heiden, die die Göttlichkeit Jesu erkannten, indem sie vor ihm niederknieten und ihm kostbare Geschenke überreichten. Im Matthäus-Evangelium steht dazu: „Weise, Magier oder Sterndeuter kamen aus dem Morgenland, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen.“ und „Und siehe, der Stern den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis dass er kam und stand oben über, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und beteten und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Durch das Gold wird Jesus mit dem kostbarsten Gut beschenkt und geehrt. Myrrhe symbolisiert das Mensch sein und das (spätere) Leiden Jesus, Weihrauch steht für seine Göttlichkeit.

Caspar, Melchior und Balthasar hiessen nicht immer so.

Im 6. Jahrhundert hiessen sie noch Appelius, Amerius und Damascus. Die heutigen Namen erhielten sie erst im 8. Jahrhundert.

Ebenfalls im 8. Jahrhundert wurden sie als Könige bezeichnet. Vorher sprach man von Magiern, Weisen oder Sterndeutern.
Ab dem 12. Jahrhundert wird einer der drei Weisen mit schwarzer Hautfarbe dargestellt.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich noch weitere Symbole, die auf die Zahl Drei Bezug nehmen, zum Beispiel sollen die Könige aus drei verschiedenen Kontinenten kommen und entsprechend drei verschiedene Hautfarben haben oder die drei biblischen Stämme und Nachkommen der Söhne Noahs (Semiten, Chamiten und Japhetiten) symbolisieren.

Anfangs wurden die Heiligen Drei Könige als Jüngling, Mann und Greis abgebildet und sollten so das Lebensalter demonstrieren.

Heute wird auf Bildern meistens Caspar als Myrrhe überreichender Afrikaner abgebildet, Melchior hat europäische Gesichtszüger und schenkt Gold, und Balthasar bringt Weihrauch und ist asiatischer Herkunft.

Übrigens kommt auch die Bezeichnung des Kasperl im (Kinder-) Theater vom Caspar der Heiligen Drei Könige. Er war bei den Drei-Königs-Spielen oft als etwas komische Gestalt dargestellt worden und hatte es so zu großer Beliebtheit beim Volk gebracht.

Die Heiligen Drei Könige (die übrigens nie förmlich heilig gesprochen wurden) sind Schutzpatrone der Reisenden und Gastwirte, Spielkartenhersteller und Kürschner, außerdem halten sie das Böse fern von Häusern und Ställen.

Nun lasse ich die Geschichte mal Geschichte sein und möchte hier auf meinem Blog das Rezept präsentieren.
Eigentlich habe ich den Drei Königskuchen schon am Sonntag Morgen gebacken. Die erste Backübung ging aber in die Hose, wie man so schön sagt, wenn was nicht geklappt hat.

Der Grund liegt vermutlich darin, dass ich am Vorabend etwas zu lange wach war.
Am Samstagabend hatten wir Freundinen von meiner Frau auf Besuch. Ich durfte auch an diesem Abend in der Küche zaubern. Wir haben köstlich gegessen und getrunken. Es kann sein, dass ich ein Bier zu viel erwischt habe, denn nach drei Stunden Schlaf stand ich völlig neben den Schuhen.

Backe niemals, wenn Du neben den Schuhen stehst! 🙂

Meine liebe Frau hatte das Kommando am Sonntag Morgen übernehmen müssen um das Frühstück zu machen. Das einzige was ich gemacht habe, war der Dreikönigskuchen. Oh Schreck, wirklich neben den Schuhen. Ich habe die Butter vergessen im Gebäck. Der Hefeteig zu kurz gehen lassen. Das Resultat kommentiere ich hier nicht.

Die Lösung war einfach, 1 Stunde Mittagsschlaf. Diese Lösung hat auch geholfen.
Zuerst mal das Rezept und bitte vergesst die Butter nicht! 🙂

Dreikönigskuchen

Drei_Koenigs_kuchen_1

Zutaten

500 g Mehl

60 g Butter 🙂

3 dl Milch

20 g Frischhefe

1 Zitrone (1/2 Zitronenabrieb)

30 g Sultaninen

10 g Mandelblättchen

7 g Salz

45 g Zucker

1 Ei

Zubereitung

Das Mehl, Zitronenabrieb, Salz in einer Schüssel vermengen.

Die Milch auf 40 Grad erhitzen, die Hefe, Zucker und die Butter dazu geben und auflösen lassen.

Sultaninen und die Milchmischung zu dem Mehl geben und kräftig für 10 Minuten durchkneten.

8 Portionen von je ca. 120 g abwägen.

drei_koenigs_kuchen (1)

drei_koenigs_kuchen (2)drei_koenigs_kuchen (3)drei_koenigs_kuchen (4)drei_koenigs_kuchen (5)drei_koenigs_kuchen (6)drei_koenigs_kuchen (7)drei_koenigs_kuchen (9)Die Kugeln aufschleifen, dabei eine ganze Mandel als König in eine der Kugeln stecken. (Ich möchte kein Plastik in meinem Gebäck) Eine Kugel auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, die anderen Kugeln gleichmässig darum herum verteilen, zugedeckt bei Raumtemperatur nochmals ca. 30 Min. aufgehen lassen. Mit Ei bestreichen, verzieren mit Mandelblätter.

Für 30 Minuten in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens backen.

Herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen.

Wer wird wohl der König oder die Königin?
Wir lassen und überraschen und geniessen das feine Hefegebäck.

Übrigens ich darf erst am Schluss ein Stück aussuchen. Es könnte ja sein, dass ich weiss wo die Mandel (König) ist.
Wie ich meiner Tochter immer sage: Ich bin sowieso der König, meine liebe Frau die Königin und die Wonneproppen unsere Prinzen und Prinzessinnen.

Königliche Grüsse
Euer
Roger


Hänchenschlegel – ausgebeint


Die Mexikanische Tortillas mit einer Füllung, so knackig, frisch und voller Leben haben mir einige Email`s beschert. Positive Rückmeldungen, das ich Schlegel verwendet habe. Ganze acht Anfragen in meiner Bekanntschaft, fragten mich nach einer Video-Dokumentation, wie ich die Füllung für die Tortillas zubereite.

Es ist mir eine Ehre, diesem Wunsch nach zu gehen.

Aus diesem Grund habe ich versucht ein Video zu drehen. Natürlich nicht in einer Hollywood – Manier, sondern einfach gehalten wie immer. Gedreht habe ich die Handgriffe am Schenkel mit meinem IPad und dem eigens produzierten Stativ.

20130604-091532.jpg

Da die Zubereitung eher Fettfrei sein sollte für meine Protein-Serie, zeige ich auch gleich das Garen im Schlauch-Beutel.

IPad_cooking_home

Viel Spass

Euer Roger


Griessschmarrn- wirklich kein Schmarren


Wie kam es zu diesem Schmarren?

Gestern Abend, 17.30 Uhr, ich und meine Kinder ohne Mami. Meine Frau ging mit einer Freundin auswärts essen. In ein viel gelobtes Türkisches Restaurant Zeugma Antep Sofrasi in der Nähe von Waldshut-Tiengen, Germany. Nun steht der Papi da und weiss nicht was kochen! Ich, der Papi hatte kein Hunger, aber die Kinder wollten was feines, nicht überwiegend Eiweisshaltig. 🙂

Ich Handhabe das oft so, dass ich vor den Kühlschrank stehe und einfach mal einige Produkte raus nehme. Wasser aufstelle, oder die Bratpfanne erhitze. Dann erst lege ich los mit dem kreieren eines Gerichtes. Gestern lief das etwas anders. Ich setzte mich noch rasch hin und genehmigte mir etwas Köstlich & Konsorten. Da enteckte ich einen Artikel mit einer Zubereitung, die ich eigentlich so nicht kannte.

Ich habe mir den Artikel durch gelesen und dachte mir „was ist den das für ein Schmarren“?

Ohne Schmarren, der Artikel handelte von einem Griess- Kratzete mit Apfel-Birnen Kompott.

Das war ja cool, Griess lieben meine Kinder und süsses ja sowieso. Das einzige was mich etwas beängstigte war die Zeitangabe „Gedauert hats letztendlich 90 Minuten,…“ Ich, aber habe keine 90 Minuten, auch keine Birnen? Was ich aber in grossen Mengen habe sind Mandarinen und Granatäpfel.

Bevor ich mein gestohlenes Rezept preisgebe, möchte ich auch verraten woher ich die Idee und Rezept geklaut habe. An dieser Stelle möchte ich mich bei „giftigeblonde-Dies und Das“ bedanken, dass Sie sich beklauen lies.

Hört sich ja alles böse und gemein an. Nein, ich habe nur in einer Notsituation (Kinder schreien nach Essen) gehandelt und das Rezept nachgekocht. 🙂

Giftigeblonde_Dies_und_Das

Meine etwas veränderte Version vom Original

Griess- Kratzete mit Mandarinen-Granatapfel Kompott

Griess_schmarrn (9)

Zutaten für 4 Personen

750 g Milch

1 Vanilleschote

60 g Zucker (wie beschrieben von giftigeblonde-Dies und Das, mehr Zuckern)

60 g Butter (habe ich etwas reduziert)

30 g Sultanienen (weil wir sie lieben)

270 g Hartweizengriess

2 Eier (war so frech, hab ich dazu genommen)

Zubereitung

Die Milch mit der ausgekratzten Vanilleschote und dem Zucker habe ich kurz aufgekocht und beiseite gestellt, damit sich die Vanille entfalten kann.

Griess_schmarrn (2)Griess_schmarrn (4)In der zwischen Zeit habe ich 200 g Wasser und 160 g Zucker aufgekocht. Etwa vier Mandarinen geschält und in die Zuckerlösung gelegt. Den Zuckersirup habe ich mit etwas Vanille und Zitronensaft abgeschmeckt. Den Granatapfel etwas geschlagen und die Kerne in den Sud gegeben.

Die Milch habe ich wieder zurück auf die Herdplatte gezogen und den Griess langsam einrieseln lassen. Gut durch kochen lassen. Beim Hartweizengriess geht das sehr zügig, da die Stärke schon aufgeschlossen ist.

Den Griess habe ich etwas abkühlen lassen. Danach die Eier rasch getrennt und die Eigelbe unter den Griess gerührt. Das Eiweiss mit ein bis zwei Handschlägen aufgeschlagen. 🙂 Quatsch, habe natürlich eine Handrührgerät genommen. (Ich bin etwas faul geworden)

Am Schluss den Eischnee unter die Masse gehoben und in einer Pfanne mit Butter und den Rosinen ausgebacken.

Griess_schmarrn (5)Griess_schmarrn (6)Gewendet und der anderen Seite auch die goldbraune Farbe gegönnt. Losgekratzt und mit meinem Mandarinen-Granatapfel Kompott serviert.

Wiedereinmal der beste Papi der Welt.

Ich durfte mich in einem Bad voller Komplimente meiner Kinder wälzen. Welch ein Genuss! Ich habe natürlich ein wenig probiert und muss gestehen, mal was anderes als dem Kaiser sein Schmarrn.

Mahlzeit

Euer

Roger

Impressionen

Griess_schmarrn (15)Griess_schmarrn (22)Griess_schmarrn (27)