Falsches Jägerschnitzel – Richtige Fusilli

Wie geht es meinen Fusilli?

Nach dem mich Robert lamiacucina darauf aufmerksam gemacht hat mit dem lieben Kommentar: „Das Beweisfoto (ob sie gehalten haben) fehlt zwar, aber nach guter Trocknung sollten sie das schon. Ich glaube Dir.“

Ich war wohl so begeistert, dass sie gelungen sind, dass ich vergessen habe die Fotos zu posten. 🙂 🙁 Eine Frechheit!

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Schön sehen sie aus, so getrocknet und immer noch spiralig. Nach dem lieben Kommentar von gestern, bin ich etwas nervös.

Anne schrieb: Sehr meditativ, das Video. Schade, dass es so kurz ist – ich hätte Dir noch Minuten länger zusehen können… Bin gespannt auf’s Rezept und ob die Nudeln so schön spiralig bleiben.

Liebe Anne, wie Du siehst, standen die Pastagötter auf meiner Seite. Zum Glück. Es ist doch so, dass ich zum ersten Mal solche Fusilli von Hand gemacht habe. Im Geschäft übernimmt das unsere Pastamaschine. (Die sind gepresst) Ich wusste zwar, dass sich der Teig für alle Sorten Pasta eignet. Als meine Frau mich fragte: Hebet di dän au, wen sie kocht sind? Anne auch gespannt war, ob sie spiralig bleiben, da ging mir schon etwas die Muffe. Ich habe in der Vergangenheit sicherlich noch nie so aufmerksam Teigwaren gekocht. 🙂

Was gibt es eigentlich zu den Fusilli?

Salat? Nee. So was frisches, Italienisches mit Basilikum oder so. Wäre was! Irgendwie stehe ich heute total auf Rahm (Sahne, Oberst) Ein Schnitzel dazu? Vielleicht ein Jägerschnitzel? Ohh jaa!

Halt und Stop!

Ich bin nicht der einzige in der Familie der was zu sagen hat, also muss ich etwas umdenken. Gemüse fehlt, (ausser Champignons) also mache ich doch ein Jägerschnitzel mit Fusilli und Gemüse. Genial? Genial daneben!
Es ist 11.32 Uhr und um 12.00 Uhr wird gegessen. Kein Fleisch im Kühlscharank. Keine Zeit um etwas auf zu tauen. Metzger im Dorf schliesst um 12 Uhr.

Ja gut, setzte ich mal das Kochwasser für die Fusilli auf. Gehe auf die Terrasse mit einem Espresso und überlege mir rasch, wie komme ich zu meinem Jägerschnitzel.

Ein halber Kürbis vor meinen Augen.

Kuerbis

Unsere Nachbarin hatte vor 2 Tagen einen Kürbis vorbei gebracht. Eigene Zucht 🙂 Riesiges Teil. Als ich den Kürbis gesehen habe schoss mir die Idee in den Kopf, mach ein Jägerschnitzel daraus!
An alle die jetzt denken, dass was nicht stimmt mit, haben vielleicht recht, wenn mein Vorhaben nicht gelingt.

Das Kürbis – Schnitzel

Zackig lege ich los. Ich schneide etwa 400 g Kürbis zurecht. Reibe die Kürbisstücke durch meine Röstiraffel.

Jaegerschnitzel (3)Zerhacke ein älteres Semmelbrötchen (120 g), knacke 2 ganze Eier dazu. Mehl in der Menge von 4 Esslöffel dazu. Mit der Hand knete ich die Masse durch, als wäre es Rinderhack. 🙂 Noch etwas Panierbrot dazu, etwa 60 g denke ich. Paprikapulver, Salz und Pfeffer rein. Finger Löffel rein und probieren. Noch etwas mehr Salz und es passt.

Eine Auflaufform füllen mit Panierbrot. Mit einem Saucenlöffel, den ich als Portionierer verwende, hebe ich eine Kugel aus der Schüssel.

Jaegerschnitzel (7)Ich denke, hoffentlich funktioniert das so? Die Kürbismasse ist etwas feucht und weich, aber ich will sie auch nicht töten mit Panierbrot. Also drücke ich die Kürbiskugel einfach in das Panierbrot, wende es mit einer Bratschaufel und presse nochmals auf das werdende Schnitzel drauf.

Jaegerschnitzel (1)Forme es noch etwas zurecht und ab in die heisse Butter. Beim Transport von der Panierstation in die Pfanne müsst Ihr vorsichtig sein. Am besten wieder die Bratschaufel benützen.

Beidseitig goldgelb braten als wäre es ein Schnitzel. Hallo? Ist es auch, ein Kürbisschnitzel!

Ich bin so was froh, dass ich den Anforderungen meiner Famillie nachgekommen bin.

IMG_1440Ich habe mein Schnitzel. Die Kinder ihr Gemüse. Was will man mehr. Das kombiniert mit meiner feinen Champignossauce und die nicht in Vergessenheit geratenen Fusilli.

Ich werde heute Abend, weil alles so schnell ging, das genaue Rezept vom „Kürbisschnitzel“ noch hier auf meinem Blog nachreichen.

Eine wirkliche gelungene Art eines Gemüse – Schnitzel. Da bin ich mal nicht bescheiden. Es hat uns so gut geschmeckt, dass ich ein weiter Teil des riesen Kürbis noch zu „Schnitzel“ verarbeiten werde und versuche sie ein zu frieren. Als Notvorrat in Zeiten, wenn ich mal wieder Lust auf ein Schnitzel habe. 🙂

Die Kinder haben nicht gemerkt, dass gar kein Fleisch auf dem Teller lag. Somit habe ich wieder eine Art gefunden, wie ich gesundes Gemüse unterjubeln kann. 🙂

In dem Sinne

Waldmannsheil
Euer
Roger


Fusilli-im Handumdrehen gedreht

Heute ist Handarbeit angesagt.

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Frische Pasta stehen auf der Tagesordnung. Ich habe mir überlegt, soll ich ein Ravioli, Spaghetti oder Krawettli (Farfalle) machen. Keines der herrlichen Teigwaren haben mich motiviert. Ich wollte mal was anderes machen.

Da kahmen die Fusilli ins Spiel.

Fusilli sind Nudeln die in einer Spiralenform daher kommen. Im Normalfall sind sie 4 cm lang. Sie werden aus Hartweizenmehl, Wasser und Salz hergestellt.

Angeblich habe man am Hofe des florentinischen Herzogs den Nudelteig auf den Boden fallen lassen. Der kleine Sohn des Küchenmeisters griff sich daraufhin die Stricknadel der Großmutter und begann damit, den Teig drum herum zu wickeln: Geboren war die Fusilli.

Abgeleitet wird der Begriff vom italienischen Wort für „Spindel“.

Da „Fusilli“ für die Schweizer Zunge anscheinend zu kompliziert klang, griff man hierzulande auf die Bezeichnung Spiralen zurück.

Die Fusilli ist in der Schweiz auch als Salat sehr beliebt. Man findet den Salat in fast allen Mitarbeiterrestaurants (Kantinen) auf dem Buffet. Früher war es eine gute Verwertung von Resten. Heute wird der Salat frisch zubereitet.

Die spiralförmige Nudel hat die grossartige Eigenschaft, die dazu gehörige Sauce in ihren Ritzen auf zu nehmen und in den Mund zu transportieren. Es gibt viele Variationen zu kaufen. Nur die selber gemachte Fusilli schmeckt einfach besser. Der Grund liegt vermutlich im „selber machen“ Es steckt einige Zeit und Arbeit in einer solchen kleinen Nudel. Besonders, wenn der Pasta-Macher nicht geübt ist in der Technik mit der Stricknadel.

Ich wäre nicht ich, wenn es da nicht eine etwas schnelle Variante geben würde. Also viel Zeiteinsparung habe ich allerdings nicht erzielt. Was ich aber garantieren kann, es ist etwas einfacher, sie so zu machen.

Nun zu meinem Pasta – Teig. Ist beinahe langweilig, mein Rezept! Wie ich schon in meinem Blog oftmals geschrieben habe, „Ich verwende dieses Rezept für alle Pasta-Sorten.

Pasta Teig

Zutaten für 4 Personen

300 g Mehl

150 g Eier

Zubereitung

Mehl und Eier zu einem Teig verarbeiten. Dem Teig sollte noch etwas Ruhe gegönnt werden, bevor er durch die Nudelmaschine gedreht wird.

Meine Art die Fusilli zu machen.

Ich lassen wie gesagt den Teig etwas ruhen. Bevor ich den Teig verarbeite, lasse ich ihn an die Zimmertemperatur herankommen. Meiner Ansicht nach lässt er sich so besser verarbeiten.

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Nun kommt meine kleine Nudelmaschine zum Einsatz. Die ich für ein paar Italienische Lira in Lecce gekauft habe. Ich glaube das war 1992 oder so. Sie lebt immer noch, hart im nehmen und wenn man sie ein wenig pflegt ist sie nicht tot zu kriegen.

Der Pastateig drehe ich nun durch die Maschine bis zu Stufe drei herunter. Danach schneide ich akkurate Rechtecke aus. Etwa etwa 6 cm lang und in der Breite der Nudelmaschine. Dieser Teig sollte immer mit einer Klarsichtfolie abgedeckt werden, da er sehr schnell austrocknet.

Jetzt kommt der Aufsatz für Nudeln an die Maschine und ich drehe die Teigplatten in 6 mm Nudeln. Diese 6 cm langen und 6 mm breiten Nudeln decke ich wie gesagt sofort mit einer Klarsichtfolie ab.

Dann hole ich mir eine „echte Nonna“ und bitte sie mir die Fusilli zu drehen. In der Zwischenzeit gehe ich mal rasch einen  Espresso (österreichisch: Röster oder Mokka) 🙂 trinken.

Das wäre die Lösung!

Nein sicherlich nicht! Es macht viel mehr Spass sie selber zu drehen. Es braucht am Anfang etwas Übung, aber wenn es dann Wortwörtlich rollt, dann ist man sehr Stolz auf sein Ergebnis.

Da ich nicht Stricke und meine Frau auch nicht, (Eines der wenigen Dinge die wir nicht tun) nehme ich ein dünner Holzspiess mit dem ich normalerweise die Nadelprobe bei Kuchen mache.

Ich zeige das Drehen anhand einer kleinen Videosequenz und hoffe, dass ich Euch damit zeigen konnte wie ich sie im Handumdrehen fertig hatte. 🙂

Falls Ihr andere Methoden habt, dann bin ich wie immer sehr froh, wenn Ihr mir schreibt, wie es auch gemacht werden kann. Gebt mir doch einem Kommentar ab. Eure Erfahrung mit Fusilli oder vielleicht gibt es einen Interessanten Link zu diesem Thema.

Und Morgen auf diesem Blog

Ich zeige was aus den Fusilli fatto a mano geworden sind.

Herzlichen Dank

Buon Appetito

Euer

Roger