Ein Zopf aus Vollkornmehl und Bauchspeck

Vollkornzopf mit Speck


Ein gesunder Zopf?

Vollkornzopf (11)

Zu einem Bauernzmorgä gehört auch ein Bauernbrot, nicht wahr? Nur wer so bünzlig ist wie ich, der vermisst da schnell sein Butterzopf. Also werde ich für die Bundesfeier einen Bauernzopf zubereiten.

Ich weiss nicht ob es diese Bezeichnung überhaupt gibt, wenn nicht, dann jetzt schon. 🙂

Meine Frau mag das traditionelle Schweizer Frühstück nicht besonders. Sie ist auch nach reichhaltiger Kalorienzufuhr irgendwie immer noch nicht satt. Sie liebt eher die Türkische Variante, so mit grillierter Paprika, Salatgurken, marinierte Oliven, Tomaten und gebackene Kartoffeln.

Meine Wenigkeit steht total auf Confi, Nutella, das drei Minuten Ei und ein „chacheli Chafi“. (Tasse Kaffee) Eben noch der Butterzopf.

Damit ich traurig sein muss, so ohne Zopf und meine Frau eher etwas deftigeres zwischen die Zähne bekommt, gehe ich die Liaison mit dem Vollkorn/Speck/Zopf sehr gerne ein.

Ich habe hierfür ein Weizenvollkornmehl und Dinkelvollkornmehl im Bauerndorfladen besorgt.

Hat man sicher schon immer gewusst.

Das Getreidekorn als Vollkorn gesehen besteht aus drei Teilen. Aus der Kleie, die äusserste Schicht des Kornes. Sehr ballaststoffreich und top für die Reinigung der Darmzotten.
Im inneren des Kornes finden wir den Keim der vollgepackt mit Nährstoffen ist. Der dritte im Bunde ist der Mehlkörper. Dies ist die Nährstoffversorgung des Keims, die im Falle des Spriessens lebenswichtige Energie für die junge Pflanze liefert. Als größter Anteil des Korns enthält es viel Stärke, Eiweiss und kleine Mengen an Vitaminen und Mineralien.
Es ist in dem Fall nur Vollkorn, wenn alle drei Teile des Korns im Lebensmittel vorhanden sind, sei es als ganzes Korn, als Flocken, gebrochen, gespalten oder gemahlen.
Meistens wird Vollkorngetreide in Form von Mehl zur Herstellung von Brot, Zerealien, Pasta, Kräckern und anderen getreidehaltigen Produkten verwendet. Ungeachtet der Getreideverarbeitung müssen Vollkornprodukte immer ungefähr das Verhältnis von Kleie, Keim und Endosperm aufweisen wie man es im ursprünglichen Korn findet.

Wieso ist das Vollkorn so gesund?

Darüber gibt es viel zu lesen und die Ernährungslehre hält viele Informationen darüber bereit.
Für mich ist wichtig zu wissen, dass alles was ballaststoffreich daher kommt, wie eine Bürste im Darm funktioniert.

Lange und ausdauernde, schlechte Ernährung verfettet und verdreckt die Darmzotten. Die Darmzotten sind eigentlich da um Vitamine und Nährstoffe einzufangen und zu absorbieren, damit sie ihre Arbeit verrichten können.

Nun sind die Darmzotten mal so richtig mit Dreck, Fett und sonstigem verklebt, haben die armen Zotten keine Chance mehr nur irgendetwas noch aufzunehmen.

Ich vergleiche die immer mit dem Abtretter (Teppich) vor der Eingangstür. Ist der mal mit Schlamm, Kies und Sand vollgeschmiert, werden da keine Schuhe mehr sauber und der Dreck wird in die heimische Stube getragen. Also das zu erreichende Ziel nicht erfüllt.

Um die Zotten mal richtig zu reinigen, braucht es eben etwas Ballaststoff. Die reiben die Ablagerungen so richtig auf und aus, dann mit viel Wasser werden diese auch ausgespült. Saubere Darmzotten können die wichtigen Nährstoffe und Vitamine weiter verarbeiten und Transportieren.

Ich klinge nicht wie ein Ernährungswissenschaftler, aber ich schreibe eben wie mir das Maul gewachsen ist. 🙂 Verzeiht mir.

So weit so gut, wenn das so gesund ist, dann ran an den Speck… äh Zopf

Vollkornzopf mit Speck

Zutaten für 4 Personen

15 g frische Hefe
145 g lauwarme Milch
250 g Weizen-Vollkornmehl oder (Dinkelvollkornmehl)
40 g Honig
50 g Vollei
3 g Salz
50 g weiche Butter
80 g geräucherter Bauchspeck

Zubereitung

Vollkornzopf (6)Vollkornzopf (7)Vollkornzopf (8)Vollkornzopf (9)Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen.
Den Bauchspeck von der Schwarte und Knorpel befreien und in Brunoise (kleine Würfelchen) schneiden.
Diese in einer Bratpfanne ohne Fett etwas braun rösten und gut auskühlen lassen.

Nun das Mehl, Honig, Ei, und Salz zu der Milch/Hefe geben und gut vermengen. Zum Schluss die wachsweiche Butter und der Speck unterarbeiten.

Der Teig sollte nun für ca. 8 Minuten gut durchgeknetet werden, damit das Brot beim Backen schön luftig wird.

An einem warmen Ort auf das doppelte aufgehen lassen.

Danach den Teig nochmals einschlagen und weitere 10 Minuten ruhen lassen.

Vollkornzopf (2)Vollkornzopf (3)Vollkornzopf (4)Vollkornzopf (5)

Nun wird er exakt halbiert und beide Teigstücke zu einem länglichen Strang gerollt.

Die zwei Stränge nebeneinander legen und oben gut miteinander andrücken.

Die Stränge einrollen, das heisst über die eigene Achse drehen. Am unteren Ende ebenfalls gut zusammendrücken.

Die beiden enden mit beiden Händen packen und im Uhrzeigersinn eindrehen.

Der fertige Zopf nun mit etwas Wasser bestreichen und mit Mehl bestäuben. Nochmals für 20-30 Minuten gehen lassen.

Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad für 20-25 Minuten Sichtbacken.

Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Übrigens dieser Teig muss nicht gezöpfelt werden, er kann auch als ganzer Leib gebacken werden. Wenn bei uns mal der Koch etwas faul ist zu Hause, gibt es schon mal nur Salat und eben dieses Speckbrot.

Viel Spass beim Nachbacken.

Euer

Roger

 


Original Birchermüesli Rezept

Birchermüesli


Vorab ein herzliches Dankeschön an Yushka für den tollen Blog-Event.

Lieblingsessen unserer Kinder

Das Lieblingsessen meiner Kinder basiert auf einer Erfindung eines Rohkostpionier`s.

Ein Original von Dr. Maximilian Oskar Bircher-Benner.
Er war ein Arzt, der sich schon im Jahre 1900 um das Wohl der Bevölkerung kümmerte ohne Pillen und Spritzen. Leider war er seiner Zeit weit Voraus und heimste viel Spott und Kritik ein.

Heute fragen wir uns, warum auch?

Damals war klar, dass Fleisch und Käse der wahre Eiweissspender ist und damit die wichtigsten Nahrungsmittel zu jener Zeit.

Diese Tatsache belegte die Aussage von Ernst Laur, der Präsident des mächtigen Bauernverbandes: «Wer Fleisch und Käse für gesunde Menschen auf den Index stellt, ist unser Gegner. Den bekämpfen wir und paktieren nicht mit ihm!»

Wie so oft wird eine geniale Erfindung erst nach einer Idee einer anderen Quelle. So auch im Fall „Birchermüesli“.
Auf einer Bergwanderung kehrte der Aargauer Arzt in einer Alphütte ein. Hungrig nach der Wanderung bestellte er das Tagesangebot und war etwas erstaunt, was ihm da vorgetischt wurde.
Die gastfreundliche Sennerin war überzeugt von der Kraft der Natur, von ihrer Mischung aus rohen, geriebenen Äpfeln, Haferflocken, Nüssen, Zitronensaft und gezuckerte Kondensmilch.
Sie versicherte dem Wanderer Bircher, dass das Müesli eine Zauberkost für die Alphirten sei und er die Wirkung selber erfahren müsse.

Fest steht jedenfalls, dass diese Rohkostmahlzeit den feinen Doktor aus dem Unterland so beeindruckte, dass er sie auch in seinem Zürcher Sanatorium auftischen liess. Das Birchermüesli war geboren. Und der Hafer konnte seine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten.

Das Birchermüesli hat sich behauptet bis in die heutige Zeit.

Leider wurde das Originalrezept so was von vergewaltigt, dass mir die Haare zu Berge stehen. Wie kann es sein, dass so grundlegende Zutaten noch modifiziert werden müssen? Schaut Euch mal eine Packung Fertig (Bircher) Müesli an! Wieso muss man den Hafer so aufspalten, dass man in 2 Minuten ein Müesli verzehrbereit hat. Ist es nicht möglich die Haferflocken einen Tag vor dem Genuss aufquellen zu lassen.

Nein es nicht möglich, da die Zeit dazu fehlt. Die Ernährung hat keinen grossen Stellenwert mehr, dass man am Montag sich Gedanken macht, was man am Dienstag essen möchte.

Heute läuft das ganz anders.

Dienstag: Oh, was? Schon Mittagszeit? Äh, was esse ich denn?

Kein Wunder, dass alles schnell gehen muss. Suppe die sofortlöslich ist. Polenta in 3 Minuten! Die Nonna dreht sich gleich im Grabe um. Nicht mal die Zeit für den feinen Kaffee bleibt. Der wird ja auch nicht mehr frisch gemahlen, der muss aus einer Kapsel kommen oder ebenfalls sofort löslich sein.

Weitere Vergewaltigung die ich verachte, wenn es um das Birchermüesli geht, sind die Zutaten die zusätzlich beigemischt werden. Ok, alles ist erlaubt, aber nennt es dann nicht Birchermüesli!

Ein Birchermüesli, dass ich zu einem Müesli umkredenze ist ja total legitim. Auch ich werde das Birchermüesli im Originalen zubereiten und danach das Birchermüesli zum Müesli nach meinem Geschmack verändern. Danach ist es vielleicht ein Warnamüesli und schmeckt uns genau so, wie es schmecken muss. 🙂

Nun zum Rezept, dass so als Original beschrieben wird.

Rezept von Dr. Bircher-Benner

Zutaten für 4 Personen

80 g Haferflocken
45 g Wasser
50 g Kondensmilch
25 g Zitronensaft
600g Apfel, gerieben
30 g Haselnüsse gemahlen

Zubereitung

Birchermuesli (27)Birchermuesli (29)Birchermuesli (30)Birchermuesli (34)Birchermuesli (39)Birchermuesli (1)

Die Zutaten sind einfach, einfach herrlich! Etwas Haferflocken, Äpfel, Zitrone, Haselnüsse und Kondensmilch. Alles einfach mal bereitstellen.

Die Äpfel gründlich waschen und den Stiel entfernen. Mit samt dem Gehäuse durch eine „Bircherraffel“ treiben.

Die Zitronen auspressen und zu den geriebenen Äpfeln giessen.

Die gezuckerte Kondensmilch ebenfalls dazu geben.

Die Haferflocken, die vorher im Wasser eingeweicht wurden, damit sie gut aufquellen können beimischen.

Die geriebenen Haselnüsse dazu und alles gut miteinander vermengen.

 

Fertig ist das Power – Müesli!

 

Birchermuesli (20)

 

Warum Kondensmilch?

Die Antwort ist ganz einfach, die Milch wird haltbar gemacht.

Es mag überraschen, dass viele Menschen über 50 mit mehr oder weniger grossen Mengen dieser Milch gross geworden sind. Mit abgekochtem Wasser verdünnt, erhielt man eine sterile Kost. Bis lange nach dem 2. Weltkrieg war auf jeder dieser Dosen eine Verdünnungstabelle, auf der die Mutter ablesen konnte, in welchem Verhältnis die Milch dem Alter des Kindes entsprechend verdünnt werden musste.

Wie wird die Milch haltbar gemacht?

Die Milch wird zur Keimabtötung und Albuminabscheidung für 10–25 Minuten auf 85–100 °C erhitzt und anschließend bei Unterdruck und 40–80 °C eingedickt, wobei ca. 60% des Wassers entzogen werden. Danach hat sie einen Fettgehalt von 4–10 % und eine fettfreie Trockenmasse von etwa 23 %. Nach der Homogenisierung wird sie in Dosen, Flaschen, Getränkekartons oder Plastikportionspackungen abgefüllt und noch einmal sterilisiert und ist danach sehr lange haltbar.

Nun zum Rezept, dass so als Warnamüesli beschrieben wird. 🙂

Warnamüesli

Original Birchermüesli Rezept

Zutaten für 4 Personen

80 g Haferflocken
45 g Wasser
50 g Kondensmilch
25 g Zitronensaft
600g Apfel, gerieben
30 g Haselnüsse gemahlen

150 g ungezuckerter Fruchtsalat nach Saison

60 g hausgemachter Joghurt

Zubereitung

Wie oben beschrieben wird zuerst die Basis hergestellt nach dem Original Rezept von Dr. Bircher-Benner.

Die Basis veredle oder ergänze ich mit dem Joghurt und den Früchten.

Keine grosse Vergewaltigung des Originals. Ich persönlich finde, dass das Müesli etwas feiner wird durch das Joghurt und die Früchte das Müesli frischer wirken lässt.

Was für ein Müesli bevorzugt Ihr und gibt es da ein Rezept, dass meine Neugier stillen könnte? 🙂

Also dann mal mit Power in den Tag.

Euer

Roger

 


Wie mache ich Cottage Cheese selber?

Hüttenkäse selbsgemacht


Hüttenkäse, weiss wie eine Wolke, leicht wie Watte und äusserst kalorienarm. Hoher Eiweissgehalt und daher sehr sättigend. Das umschreibt den Hüttenkäse auch Cottage Cheese genannt.

Frischer Hüttenkäse selbstgemacht

Der körnige Frischkäse ist eigentlich eine geschützte Handelsmarke. Dennoch spricht man einfach vom Hüttenkäse. Dies ist wie mit den Pampers, Kleenex und Bostitch. Man spricht von Pampers, wenn Windeln gemeint sind. Will man ein Feuchtetuch, dann bittet man um ein Kleenex. Sollte was geheftet werden, fragt man nach dem Bostitch. Möchte man in Ruhe schlafen greife ich zu meinen Ohropax, egal um welche Marke es sich handelt. 🙂

So stark hat sich der Hüttenkäse in die Köpfe gezimmert.

Stark und doch ein Leichtgewicht. Viel Eiweiss, wenig Kohlenhydrate und geringer Fettgehalt. Also die perfekte Waffe gegen den grossen Hunger ohne dabei gleicht Ärger mit den Hüften zu bekommen. Aus gutem Grunde ist der Hüttenkäse auch sehr beliebt bei Diätwilligen.

 

Der Hüttenkäse ist ein Frischkäse, also ein Käse ohne Reifung, wie der Quark auch. Die körnige Konsistenz erreicht man, indem die Milch von der Molke getrennt wird und im Eiswasser ausgewaschen. Dazu aber später in der Zubereitung.

Wer hat`s erfunden?

Diesmal nicht die Schweizer! 🙂 Schon die alten Ägypter und die Griechen verzehrten den Körnerkäse als Delikatesse. So, wie wir ihn heute kennen, kam er einst aus England.

Warum Cottage Cheese?

Weil er vorwiegend in kleinen Häusern auf dem Land, Cottages eben, hergestellt wurde. Der Hüttenkäse ging auf Reisen und landete schliesslich in Amerika. Vor etwa 40 Jahren hielt der Hüttenkäse dann auch in der Schweiz Einzug. Dabei erstaunt mich gerade die Tatsache, dass mal was leichtes aus den USA kommt. 🙂

Der Hüttenkäse besteht aus Eiweiss, Wasser, Fett, Kohlenhydrate. Beachtlich auch der Reichtum an Vitaminen.

Vitamin B1:
Vitamin B2:
Vitamin B3:
Vitamin B5:
Vitamin B6:
Vitamin B7:
Vitamin B9:
Vitamin B12:
Vitamin C:
Vitamin D:
Vitamin E:
Vitamin K:

Weiterer Reichtum ist die Vielfalt, was alles angestellt werden kann mit dem Hüttenkäse. Ich habe über 300 brauchbare Rezepte im Netz gefunden die was mit Hüttenkäse zu tun haben. Eines aus meiner Sammlung werde ich demnächst hier auf diesem Blog veröffentlichen.

Es braucht nicht viel um ans Ziel zu kommen

Ein Sieb und ein Tuch

Ein Sieb und ein Tuch

Zitronensäure

Zitronensäure

Eine Pfanne und Holzkelle

Eine Pfanne und Holzkelle

Etwas Rohmilch

Etwas Rohmilch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun aber kurz zu der Herstellung von Hüttenkäse

Hüttenkäse

Zutaten für 250 g

2 Liter Rohmilch (Vom Bauer)

1 Essl. Zitronensäure

2 Essl. saure Sahne

Zubereitung

 

Hüttenkäse, die Rohmilch wird aufgekocht

Die Rohmilch aufkochen

 

 

 

 

 

 

 

 

Rohmilch mit Säure durchsetzten

Zitronensäure dazu gegeben

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter ständigem Rühren weiter kochen lassen

Unter ständigem Rühren weiter kochen lassen

 

 

 

 

 

 

 

 

Die geronnene Milch durch ein Tuch passieren

Die geronnene Milch durch ein Tuch passieren

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausdrücken und im Eiswasser abschrecken

Ausdrücken und im Eiswasser abschrecken

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufhängen und abtropfen lassen

Aufhängen und abtropfen lassen

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit saurer Sahne veredeln

Mit saurer Sahne veredeln

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist Sommer, nicht zu heiss. Der Feierabend erreicht. Die Terrasse hergerichtet, der Wein kühl gestellt. Der knackige Salat frisch geerntet, ein paar wohlschmeckende Cherrytomaten gepflückt und eine herbe Vinaigrette gezaubert. Dazu der herrliche Cottage Cheese aus der hauseigenen Produktion. Zum Schluss kommt noch das knusprige Brot und die liebe Ehefrau. 🙂

Es braucht nicht viel zum glücklich sein, probiert`s aus.

Euer

Roger


Dorade-gegrillt lecker


Eine wahre Schande, ein teures Gerät auf der Terrasse und es steht einfach so da und wartet auf den Einsatz.

Unser Koeniggrill

Koenig Grill

Sommer, heiss und die Fussballnationalmannschaft spielt auch nicht schlecht. 🙂
Ich schreibe hier von unserem Grill, der in dieser Grillsaison noch nicht zum Einsatz kam. Ganz anders sah das am früheren Wohnort aus. Ein kleiner Holzkohlegrill, sehr preisgünstig im Baumarkt erworben, da wurde min. 1 Mal pro Woche gegrillt, sofern das Wetter es zugelassen hat.

Kaum umgezogen wurde der kleine Grill auch gegen einen Hightech Grill (für unsere Verhältnisse) und es ging rapid bergab mit dem grillieren. Eine Erklärung haben wir eigentlich nicht gefunden. Tatsache ist, dass das sich ändern muss. 🙂

Freitag und ganz traditionell pflegen wir dieser Tag als Fleischlos. In der Fischabteilung hier in Frick lächelte mich vier herrliche, ganze Fische an. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ein konservativer, unkreativer Koch bin, der immer wieder zu der Forelle greife. Dieses mal aber gewann die Dorade das Rennen um meine Gunst auf frischen, ganzen Fisch.

Meine Frau liebt ganze Fische. Sie hat die sagenhafte Geduld und kann sich stundenlang mit den Geräten herumschlagen. Ich bin eher der Fischstäbli-Geniesser (Selbst zubereitet) und habe nicht die Muse mich mit zupfen und grübeln zu beschäftigen, bis ich mal ein Stück Fisch in den Mund kriege.

Dafür sollte man mich steinigen, wie ich nach dem Verzehr der Dorade zugestehen musste.

Normalerweise zerlege ich den Fisch wie in einem Restaurant, so richtig Gastfreundlich, damit ich in den Genuss ohne Geräte komme. Diesmal schaute ich einfach mal über mein Tellerrand und versuchte das verspeisen der Dorade so zu zelebrieren, wie es meine Frau immer tut.

Jedoch bevor es zum Genuss kommen kann, braucht die Dorade noch eine kleine Balsamierung. Eine Marinade, damit das Fischchen auch mit ihren Ingredienzen brillieren kann.

Die Dorade

Dorade (13)

Die Dorade, auch Goldbrasse genannt, bezieht ihren Stammbaum in der Familie der barschartigen Artgenossen. Etwa 200 Arten sind bekannt.

In wärmeren Küstengewässer ist die Dorade zuhause und lebt in einer Tiefe von weniger als 30 Metern. Ihr hoher Rücken wird höchstens 70 cm lang, kann aber bis zu 2,5 Kg Lebensgewicht erreichen. Ein breites goldenes Band, zwischen ihren Augen und je ein goldener Fleck auf den Wangen sind die Markenzeichen. Was auch ihr den Namen Goldbrasse beschert hat.

Auf dem Speisezettel der Dorade stehen Fische, Muscheln und Krebstiere, auch mit härterer Beute hat sie kein Problem, da die Mahl- und Schneidezähne sehr kräftig sind und auch Schalen knacken können.

Eine Besonderheit ist, dass es keine rein männlichen oder weiblichen Tiere gibt. Doraden sind immer zweigeschlechtig.

Der Hauptlebensraum der Dorade ist das Mittelmeer. Die größten Fangnationen sind Italien, Griechenland, die Türkei und Ägypten.

Frei lebende Doraden werden leider in der Berufsfischerei hauptsächlich mit Schleppnetzen gefangen. Vermehrt jedoch werden sie auch mit der Angel gefischt.

Geschmack:
Die Dorade ist ein äusserst grätenarmer Fisch. Ihr Fleisch ist fest, weiss und sehr schmackhaft. In der Zeit zwischen Juli und Oktober schmeckt sie am besten, das ist die eigentliche Saison der Dorade. Man bekommt sie zwar das ganze Jahr über, aber wir kochen ja saisonal. 🙂

Zum Rezept

Marinade für vier Dorade

Dorade (15)

20 g Knoblauch
60 g Zwiebeln
1 Zitrone
70 g Ingwer
40 g Knollensellerie
8 g Petersilie mit Stiel
200 g Olivenöl
Zusammenführung

Sellerie, Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln schälen.
Knoblauch, Petersilie mit Stiel und Zwiebeln sehr fein schneiden.
Ingwer und Sellerie durch eine feine Reibe treiben.
Zitrone waschen und die Schale abreiben, den Saft auspressen.
Alles mit Olivenöl mischen.

Zubereitung

Die Dorade vom Fachmann am besten Grill-Fertig herrichten lassen. Das heisst ausgenommen und geschuppt.

Die Dorade nun auf ein Fischbrett legen und das Fleisch im Abstand von 1,5 cm einschneiden, damit die Marinade tief ins Fleisch einziehen kann.

Dorade (11)

Die Dorade nun in die Marinade legen und etwa 6 Stunden darin marinieren lassen. Dabei oft wenden, damit auf beiden Seiten die Marinade einziehen kann.

Dorade (17)

Besser geht es, wenn die Marinade in ein Beutel gegeben wird und die Dorade dazu gegeben. Den Beutel gut verschliessen und alle Stunde mal wenden.

Der Grill, in meinem Fall ein Gasgrill wird auf der höchsten Stufe vorgeheizt.

Pizza (26)

Die fertig marinierte Dorade nun auf ein Blech geben und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle noch würzen.
Die Dorade am besten in eine Fischzange einklemmen, das erleichtert das wenden auf dem Grill.
Ich fülle den Bauch der Dorade noch mit Zitronenscheiben und Dill. Die Zitrone gibt eine herrliche Säure ab und durch das grillen wird die Zitronen noch leicht karamellisiert.

Tipp:
Der Grillrost sollte zuerst gut ausgebrannt und mit einer Drahtbürste gereinigt werden.

Dorade (1)Wenn die Dorade ohne Fischzange gegrillt wird, kann man den Fisch mit Eiweiss bestrichen werden, damit nichts kleben bleibt. Wichtig auch, den Fisch genügend lang auf einer Seite liegen lassen und nicht zu früh wenden. Bei der Dorade empfehle ich gute 6-8 Minuten einfach grillen lassen ohne zu wenden. Danach sachte am Schwanz anheben um zu prüfen, ob sich schon ein Grillmuster abzeichnet. Erst wenden, wenn ein starkes Grillmuster erkennbar ist. Mit einem breiten Spachtel in der Laufrichtung der Rillen einfahren und wenden. Gegen die Rillen würde das Muster zerstören.

 

Die Dorade geniessen wir einfach nur mit Zitrone, ofenfrisches Brot und etwas brauner Butter.

Fazit:
Ich werde ganze, gegrillte Fische den Fischstäbchen vorziehen. Meine Frau hat recht (wie immer) es ist nicht nur der Geschmack im Mund sagenhaft, sondern das schlemmen mit den Händen macht auch noch Spass. 🙂

Ich wünsche Euch ein gutes grillen.

Euer
Roger