Erdbeertorte


Erdbeeren selber gepflückt, Vanillecrème selber gemacht und der Biskuit hausgemacht.

Genau so wie es sich es gehört für ein Blog mit der Überschrift “ we love handmade“ 🙂

Geplant war die Torte nicht, vielmehr entstand sie aus einer Kuriosität heraus.

Ich ging in die Küche und holte ein Kilo Backpulver, ja richtig gelesen, 1 Kilo Backpulver.

Damit wollte ich nicht 400 Cakes backen, nein damit wollte ich den Abfluss im Bad reinigen. Mit weiteren Zutaten wie Essig und Salz.

Also kam ich mit dieser Kilopackung aus der Küche und meine Frau sieht das Backpulver und meinte in einer lieblichen Art:

Backst du ein Kuchen?

Ich war zwar 15 Jahre Chef Patissier, jedoch backe ich zu Hause sehr selten Kuchen. Aus diesem Grund auch die leicht zynische Frage meiner lieben Frau. 🙂 Die Frage war jedoch gerade motivierend um meiner Frau wiedermal etwas süsses zu bescheren.

Was für ein Kuchen sollte ich den backen?

Schokoladen Kuchen? Nein meine Frau steht nicht so auf Schokolade. Da meine Frau vorgestern mit dem Sohnemann Erdbeer pflücken ging und einige Kilo nach Hause gebracht hat und einige Beeren übrig waren, dachte ich mir, wieso nicht eine Erdbeertorte.

Nicht im klassischen Stil mit einer hohen Crème und so, nein eine klassische Tarte mit dünnem Biskuitboden, Vanillecrème und Beeren drauf, abgelieren und geniessen.

In diesem Fall machte ich mich mal rasch an den Biskuit.

Da merkte ich, dass noch eine Pendenz offen war. Ich schulde der lieben Eva (Deichrunners Küche) noch eine versprochene Antwort.

Beim letzten Post (CrèmeCaramel) zeigte ich wie ich Eier warm/kalt schlage und da fragte mich Eva, ob ich eine Kenwood cooking chef habe. Nun ja die habe ich, aber ich habe noch nie mit ihr warm/kalt geschlagen. Das war jetzt gerade richtig um es auszuprobieren.

Also liebe Eva die Antwort wird gleich kommen. 🙂

Biskuit

Zutaten für 1 Ring

Durchmesser 28 cm

125 g Vollei

65 g Zucker

Zitronenabrieb, wenig Vanillemark

60 g Mehl

12 g Speisestärke (Maizena)

10 g flüssige Butter

Zubereitung

In der Kenwood – Schüssel das Vollei mit Zucker, Vanillemark und Zitronenabrieb vermengen.

Die Schüssel einspannen und der Schneebesen einklinken.

Die Kenwood auf vollen Touren bei 60° Grad für 1 Minute laufen lassen.

Das Ergebnis ist traumhaft. In nur einer Minute optimal warm und schaumig geschlagen.

Danach einfach nur für 10 Minuten auf max den Eischaum kalt schlagen.

In dieser Zeit eine Backform vorbereiten. Am Besten eine mit einem gerippten Rand.

Die Form habe ich mit reichlich Butter ausgestrichen.

Herrlich ohne Schweiss und Kraft ein perfektes Ergebnis.

Den Kessel nun ausspannen, Schneebesen entfernen und die flüssige Butter vorsichtig unterheben.

Am Schluss das Mehl und die Speisestärke ebenfalls vorsichtig unterheben.

Die luftige Masse nun in der Form verteilen.

Im Ofen bei 200° Grad ca. 15 Minuten Sichtbacken.

Patissier Crème

Zutaten für 10 Personen

500 g Milch
1 Vanilleschote
100 g Zucker
80 g Eigelb
40 g Maisstärke

Zubereitung

Die Milch mit der ausgekratzten Vanilleschote in der Rührschüssel der Kenwood zum kochen bringen.

Etwa 10 Minuten ziehen lassen. Das Eigelb, Maisstärke und der Zucker verrühren.

Das Eigelb/Stärke/Zucker – Gemisch langsam zu der heissen Vanillemilch giessen.

Bei 100° Grad etwa 3 Minuten abkochen.

Noch heiss durch ein Sieb treiben.

Zusammenführung

Die noch heisse Crème auf dem Biskuit verteilen.

Die halbierten Erdbeeren daraufsetzen.

 

Am Schluss wird die Erdbeertorte noch mit Früchtegelée bepinselt.

Ein kleiner Trick um den Biskuit zu tränken.

Ein grosser Teller mit Erdbeersirup, Zitronensaft und wenig Wasser begiessen. Mit einer Gabel verrühren.

Die Erdbeertorte daraufsetzen und der Biskuit zieht die ganze Flüssigkeit ein. Somit ist die Erdbeertorte danach schön durchgetränkt.

Abgesetzt wird die Torte noch mit Erdbeergelee bestrichen und im Kühlschrank vollständig abgekühlt. Für eilige, wie wir, kann sie auch mal für 20 Minuten in den Tiefkühlschrank wandern, damit das Warten nicht allzulange dauert. 😀

Viel Spass beim nachbauen

 

 

 


Getrocknete Erdbeeren- der süsse Sommer auch im Winter


Nach einem lieben Kommentar und nach sehr, sehr langem warten kommt nun die Beschreibung, wie ich meine Erdbeeren in die Winterpause zwinge, ohne das sie vom Speiseplan verschwinden.

Getrocknete Erdbeeren (1)

Der lieben Susanne habe ich ein ausführliches Rezept versprochen.

Bei der Zubereitung wurde mir jedoch klar, dass es eigentlich gar kein ausführliches Rezept dazu gibt.

Es ist eines deren Zubereitungsart, die aus dem Handgelenk gemeistert werden.

Trotzdem möchte ich mit ein paar Zeilen, zeigen wie sich Erdbeeren in wunderbare, knusprige Nascherei verwandeln.

ripe red strawberries with stems and leaves

Der Hintergrund ist relativ einfach beschrieben. Wir wohnen auf dem Land. Wirklich auf dem Land. 🙂 Alles ist in der freien Natur erhältlich. Ein Natursupermarkt!

Die Köstlichkeiten sind in so grossen Mengen vorhanden, dass wir nicht alles verspeisen können. Also müssen sie eingelegt, getrocknet usw. werden. Dieses Luxusproblem kennt Ihr sicher selber auch.

Es kann auch sein, dass ich mitte Dezember Lust auf Erdbeeren kriege. Ja ich bin ein wenig komisch, aber so bin ich eben. Immer Lust auf Dinge, die jetzt nicht gerade angesagt sind.

Also, ich wäre nicht ich, wenn ich auch für solche Gelüste eine Lösung hätte.

sonnengereifte Tomaten, herzhafte Äpfel, knackige Bohnen und vieles, vieles mehr habe ich eingemacht, damit meine Lust am „Nicht-Saisonalen“ stillen kann.

Natürlich habe ich auch Erdbeeren in den Tiefkühler geschmissen um im Winter nicht darauf verzichten zu müssen. 🙂

Nur war das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Kein Geschmack mehr, sehr wässerig und etwas pflüderig. (Schwammig)

Ich wollte Erdbeergeschmack, einfach nur den Geschmack der Erdbeere.
Also dachte ich an Morcheln. Frische Morcheln sind ja super in Ordnung, aber getrocknete sind sowas von intensiv…

Dieser Geschmack muss man doch irgendwie auch aus der Erdbeere kriegen, nicht wahr?

Also habe ich einfach die letzten Erdbeeren gepflückt aus unseren Hängetöpfen.

Eines muss ich jedoch gestehen, gross und saftig waren die letzten heimischen Terrassen-Erdbeeren nicht mehr, aber den Geschmackstest haben sie bestanden.

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Nun verletze ich eine Regel meiner geliebten Frau: Alles waschen, was aus dem Garten, sprich vom Markt kommt. Jedoch bin ich bei gewissen Lebensmittel der festen Überzeugung, dass man sie nicht waschen darf. Pilze und eben Beeren, sowie Kräuter. ABER das ist nur meine Meinung. 🙂

Ich habe sie gut begutachtet und mit einem feinen Pinsel sauber gepinselt. Von der grünen Fliege befreit und in etwa drei Millimeter dicke Scheiben geschnitten.

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IMG_5032IMG_5035IMG_5037Ein Backblech mit Backpapier belegt und die Scheiben darauf gleichmässig verteilt.

Mit Puderzucker bestreut, ihnen etwas ruhe gegönnt, damit das Wasser aus den Beeren gezogen wird. Dadurch wird der Geschmack etwas intensiver. Es ist eine Art Marinade. Dieses marinieren dauert etwa 3 Stunden.

Danach im Ofen bei 80 Grad für 6 Stunden trocknen.

Je nach Ofen kann dies weniger oder länger dauern.

Vom Backpapier lösen und ab in die Guetzli-Büchse. (Keksdose, oh dieses Schwiizerdütsch)

Nun können die Erdbeeren verwendet werden, wenn man Lust darauf hat. Zum Beispiel ich nehme etwas Erdbeermarmelade und etwas Wasser und die getrockneten Erdbeeren koche das ganze auf und lasse es einige Minuten ziehen. Zwei bis drei Kugel Vanilleeis und viel geschlagene Sahne. Die Erdbeeren darüber und ab in den Mund…

Wünsche Euch En guete

Euer Roger

 

 

 


Als Gast zu Besuch bei Sugarprincess


 Sugarprincess

 Ihr dürft Sie ebenfalls besuchen, einfach auf das Bild klicken und Ihr seit in einer faszinierenden Küche und Backstube.

Ein Gastbeitrag zu verfassen ist für mich eine Premiere.

Bin auch schon mächtig nervös, da meine Stärken eher im kochen liegen als im schreiben. 🙂

Ich bin sehr stolz, dass ich zu Gast sein darf bei einer bemerkenswerten Power-Frau.