Cervelat – en ächtä Schwiizer


Heute, Montag ist wiedermal die schnelle Küche angesagt. Da kommt mir ein echter Schweizer gerade recht.

Arbeiter Cordon-bleu mit meinem schnellen Kartoffelsalat.

Cervelat (23)

Aufgewachsen bin ich mit der Brühwurst aus der Schweiz. Der Servelat wie er in Zürich genannt wird, oder der Chlöpfer in Basel ist beinahe ein Schweizer Kulturgut. Der St.Gallerische Stumpen gehört auch zur Familie.

Ich möchte keine Bewertungen abgeben, wer die beste Brühwurst herstellt, die aus Rind-und Schweinefleisch, Rückenspeck und Schwarte besteht. Eis, Gewürze und Pökelsalz sind ebenfalls noch ein Bestandteil.

Wie wichtig der Servelat (Standardsprachlich gilt nur das Maskulinum „der Cervelat“ als richtig, umgangssprachlich wird in Anlehnung an „die Wurst“ jedoch vielfach auch der feminine Artikel verwendet) für die Schweiz ist, zeigte der Artikel von „foodaktuell“ aus dem Jahre 2007 mit der èberschrift „Ist die Cervelatkrise abwendbar?

Eine ganze Nation bangte damals um ihre Wurst. Aus Angst vor BSE lässt die EU diese Innereien nicht mehr als Lebensmittel zu. Weil die Schweiz ihr Lebensmittelrecht der EU angepasst hat, muss sie den Import von brasilianischen Rinderdärmen auch verbieten.

Der Cervelat ist vielseitig. Ob aufgespiesst über dem Feuer, oder als Wurstsalat mit Käse. Kalt gegessen mit Senf. Schmackhaft immer und überall.

Ich liebe die Zubereitung mit Käse und Speck. Hierzu Lande spricht man vom Arbeiter Cordon bleu. Dazu serviere ich etwas Kartoffelsalat.
Übrigens, der Kartoffelsalat in der Schweiz wird oft mit Mayonnaise angemacht. Ich mag ihn aber nicht so besonders. 😦

Zuerst mal zum schnellen Kartoffelsalat.

Jedes mal, fast jedes mal, wenn ich Lust auf Kartoffelsalat habe, dann reicht die Zeit nicht dazu ihn fachgerecht herzustellen. Auch, wenn die Zeit nicht ausreicht, möchte ich jedoch nicht auf Kartoffelsalat verzichten. Dafür habe ich mein „schneller Kartoffelsalat“ kreiert.

Schneller Kartoffelsalat

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Zutaten für 4 Personen

400 g Kartoffeln geschält
400 g Rinderbrühe selbstgemachte
100 g Weissweinessig
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Essl. Schnittlauch
Salz und Pfeffer

Schneller Kartoffelsalat 1 IMG_1452 IMG_1453 IMG_1454 IMG_1455Zubereitung

Die Rinderbrühe mit den gehackten Zwiebeln, Schnittlauch und dem Knoblauch zum kochen bringen.
Die Kartoffeln in Scheiben schneiden, etwa 4 mm dick.
Kartoffelscheiben in der Rinderbrühe mit dem Weissweinessig gar kochen.
Die gekochten Kartoffel in eine Auflaufform giessen und sofort abkühlen.
Das mache ich im Kühlschrank. Der Kühlschrank reguliert den Wärmeeinfluss. Im Winter kann man den Kartoffelsalat auch draussen abkühlen lassen.
Den Salat noch abschmecken mit Schnittlauch, Salz und Pfeffer

Arbeiter Cordon-bleue

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Zutaten für 4 Personen

4 Cervelat
100 g Emmentaler
12 Scheiben gerauchter Bauernspeck

IMG_1456 IMG_1457 IMG_1458 IMG_1459Zubereitung

Die Cervelat zuerst schälen, also vom Rinderdarm befreien.
Der länge nach eine Tasche einschneiden.
Der Emmentaler in 6x3x1 cm grosse Stücke schneiden.
Die Tasche im Cervelat damit füllen.
Mit Speck umhüllen, so das der Käse richtig eingepackt ist und nicht austreten kann.
In wenig Rapsöl rundherum kross anbraten.

Serviervorschlag

Ich serviere immer etwas Blattsalat dazu. Oft schnipple ich noch Gurke, Karotte und Petersilie rein. Schmecke den Salat nur mit Olivenöl, Zitronensaft, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle ab. Richte den Blattsalat auf einem Teller an und obenauf kommt der schnelle Kartoffelsalat. Der Cervelat halbiere ich nur aus dekorativen Gründen.
Etwas feiner Senf dazu und der Schweizer ist Glücklich. Noch ein einheimische Bier dazu und die Welt ist in Ordnung.

En guetä wünscht eu

Roger

Impressionen

Cervelat (6) Cervelat (7) Cervelat (17) Cervelat (25)

 

9 Kommentare zu “Cervelat – en ächtä Schwiizer

  1. Arbeiter Gordon bleu – hihi! Klingt gut!
    Wir haben in Wien analog dazu die Beamtenforelle – genau so eine Wurst der Länge nach halbiert, schräg eingeschnitten und gebraten, wie man halt eine Forelle auch brät.

    Völkerverständigung durch die Wurst. So mag ich das.

  2. Dein schneller Kartoffelsalat leuchtet mir nicht ganz ein. Wenn man der Brühe gleich den Essig dazu gibt und die Kartoffeln in diesem Sud kocht, bleiben sie doch ziemlich hart, und der Salat wird nicht so schlonzig, wie es sich gehört. Oder?

    • Liebe Anne, ich verwende eine Bintje Kartoffel die gut gelagert ist. Mit der mehlig kochende Kartoffel funktioniert es hervorragend. Der Sud wurde abgeleitet von einer hausgemachten French Dressing. Dies alles kombiniert ergibt der „schnelle Kartoffelsalat“. Falls die Kartoffel nicht gut gelagert ist, kann der Essig nach dem weichkochen dazu gegeben werden. Bei mir sollte der Kartoffelsalat noch leicht, nur leicht einen Biss haben. Bei meinem schnelle Kartoffelsalat geht es darum, schnell zu sein. Ich hatte gerade mal 20 Minuten für das ganze Gericht inkl. Arbeiter Cordon-bleu. Liebe Grüsse Roger

  3. Wir sagen hier nur Knackwurst zu der Beamtenforelle.
    Darauf die wie ein Berner Würstel zuzubereiten bin ich noch gar nicht gekommen, spricht aber viel dafür wenn man hier einen (wenn er nicht diätet) hungrigen Mann zu beköstigen hat.
    Das probiere ich mal aus.

    Liebe Grüße!

    • Liebe Sina, mal ne Frage? Wie kann Dein Mann Diäten, wenn Du so lecker kochst? 🙂 Andere Frage. 🙂 Was ist ein Berner Würstel? Ist das gleiche wie unser Servelat? Du weisst schon, dass ich mir ein Notizbuch angelegt habe mit Ö Lebensmittel-Bezeichnungen. 🙂 Lg Roger

    • Lieber Harald,
      oft gibt es Rezepte die Landestypisch sind und mit Produkte aus deren Land zubereitet werden.
      Ich als gebürtiger Deutscher (nicht ganz, da Schwabe :-)) weiss, dass es auch Servelat-ähnliche Würste in Deutschland gibt.

      Dieser Salat schmeckt auch mit Wiener und oder Lyoner.

      Lieber Gruss
      Roger

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