Flädli in der Hühnerbrühe


Die Lieblingssuppe schlecht hin. Meine Frau und ich lieben frisch gebrühte Hühnerbrühe.

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Die Hühnerbrühe findet zur Zeit wieder den Weg in unsere heimische Stube. Im Normalfall wird sie mit viel Ingwer, Chili und Koriander gewürzt. Jedoch ist diese Variante nicht gerade Familie tauglich. Scharf und speziell gewürzt schmeckt sie zu speziell für unsere Kinder.

Um allen ein lächeln ins Gesicht zu zaubern, setzte ich die Hühnerbrühe sehr klassisch an und trenne die Brühe in zwei Teile. Der eine Teil wird dann zur feuerspeiende Endbrühe veredelt.
Der andere Teil wird kinderfreundlich abgeschmeckt. Wobei meine Frau und ich das kleine Problem haben, dass unser jüngster (2 Jahre) die „Hot“ Variante möchte. Der kleine scheint geschmacklich voll und ganz nach der Mutter zu kommen. Alles muss mit viel Exotik gewürzt sein und scharf ist bei ihm sehr willkommen. Da aber sein Verdauungstrakt noch in jungen Jahren steckt, müssen wir etwas darauf achten, dass er nicht zu scharf ist. 🙂

Abwechselnd versuchen wir dann unserem Sohn die kinderfreundliche Brühe unter zu jubeln. Nur das funktioniert nicht, er schüttelt jedesmal den Kopf, wenn ich einen Löffel voll der falschen Bouillon geben will.

Nichts desto trotz komme ich zu Einlage. Die Hühnerbrühe serviere ich immer mit viel frischem Gemüse. Das Gemüse kochen ich nur ganz kurz in der Brühe mit. Der Grund liegt auf der Hand. Das Gemüse soll nicht nur so aussehen wie Gemüse und auch so schmecken, es soll auch noch mit reichlich Inhaltsstoffen daherkommen.

Hühnerbrühe selbstgemacht

Zutaten

1-1,5 kg Suppenhuhn

200 gr. Karotten

130 gr. Knollensellerie

100 gr. Lauch

1 Knoblauchzehe

1 mittelgroße Zwiebel

4 lt. Wasser

Gewürze wie Salz, 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren, 10 zerstoßene Pfefferkörner,
2 kleine Chilischoten, 1 Teelöffelgrosse Knolle Ingwer und Korianderstengel je nach Geschmack

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Zubereitung

Schnell, einfach und wirkungsvoll.
Wie in meinen Trailer gezeigt, kann man das Huhn zerlegen. Ich verwende die Brust für andere Gerichte. Beine also das Huhn auseinander, damit ich die wertvollen Stücke einfrieren kann, oder gleich für ein anderes Gericht verwenden kann.

Sehr grosse Kasserolle nehmen (min. 5 lt. Fassungsvermögen) und mit kaltem Wasser füllen.
Dann kommt eigentlich das einfache und schnelle an meinem Rezept.

Alle Zutaten zusammen ins kalte Wasser geben.
Bei voller Hitze einmal kräftig aufstossen. Die Hitze reduzieren und mit einem Kochlöffel den Schaum und den Schmutz abschäumen.

Danach 3 Stunden bei schwacher Hitze köcheln lassen.
Immer wieder abfetten. Was nichts anderes ist als den Fond zu pflegen, den das mit kochende Fett gibt dem Fond einen ranzigen Geschmack.
Nach der Kochzeit, die Hühnersuppe an der kühle (im Winter draussen auf dem Balkon) abkühlen lassen.
Durch ein feines Sieb oder saubere 🙂 Windel ( nicht Pampers) ab passieren. (giessen)

Die kalte Brühe kann nun in Eiswürfelformen gegossen werden und im Tiefkühlfach gefroren werden.
Ich bevorzuge in den Wintermonaten je 1 Tasse Hühnerbrühe zum Frühstück, statt Kaffee! Abgefahren aber ein enormer Fitmacher.
Also am Morgen 3-6 Eiswürfel Hühnerbrühe in eine Tasse geben, je nach grösse der Tasse und in der Mikrowelle 1,5 Minuten erhitzen und geniessen wie der tägliche Morgen – Kaffee.

Noch ein kleiner Tipp:
Falls Ihr eine offene Küche habt wie ich, dann kauft ihr am besten eine Herdplatte ( ca. 69.00 CHF ) und kocht die Brühe auf dem Balkon oder der Terrasse. Die Nachbarn werden Euch dankbar sein. 🙂 Der Geschmack einer kochenden Brühe ist nicht für jede Nase geeignet. Doch der fertige Geschmack des Hühnerfonds wird Euch umhauen.

Stärkebeilage

Bei einer klaren Suppe achte ich auch immer darauf, dass eine angemessene Stärkebeilage drin ist.

Dieses mal drehe ich die Zeit in die Kindheit zurück. Meine liebste Einlage in einer Bouillon, neben Buchstaben-Teigwaren, sind seit kleinauf die „Flädli“.
Ich liebe die zarten Pfannkuchenstreifen die je nach dem noch mit Schnittlauch durchsetzt sind.

Flädli

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Zutaten für 4 Personen

75 g Mehl
160 g Vollei (ca. 3 Eier)
25 g braune Butter
250 g Vollmilch

Zubereitung

Die Butter in einer Pfanne schmelzen und anbräunen zu einer beurre noisette.
Die braune Butter in eine Schüssel geben und mit der Milch verrühren.
Die Eier und das Mehl dazu und mit dem Stabmixer gut durch mixen.

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Am Schluss das ganze abschmecken mit Salz und Pfeffer. Zusätzlich können noch frisch gehackte Kräuter dazu gegeben werden.
Ich bevorzuge Schnittlauch.
In einer beschichteten Pfanne etwas (wenig) Olivenöl heiss werden lassen. Etwa 1 dl je nach grösse der Pfanne der Masse hauchdünn verteilen und beidseitig ausbacken.

Die ganze Masse so zu Pfannkuchen verarbeiten und sie aufeinander legen.
Längs in Streifen schneiden. (etwa Löffelbreite) Diese wiederum quer in schmale Streifen schneiden.

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Zusammenführung

Die heisse Hühnerbrühe nun in einen tiefen Suppenteller giessen mit reichlich Gemüse. Die Flädli in der Mitte in die höhe dressieren.

Noch etwas frischer Schnittlauch über die Suppe streuen und dazu, wenn es einem gelüstet noch eine Scheibe frisch gebackenes Brot. Wie herrlich…

En Guete
Euer
Roger

10 Kommentare zu “Flädli in der Hühnerbrühe

  1. Hühnersuppe mag ich leider gar nicht. (Kindheitserinnerungen?) Vielleicht müsste ich deine mal kosten. Aber für das Flädli Rezept bin ich dir sehr dankbar. Das hast du toll dokumentiert. Werde ich ausprobieren (aber in Rinderbrühe) 😉
    Liebe Grüße Maren

    • Liebe Maren, ja es gibt auch bei mir Kindheitserinnerungen die nicht so toll sind. 🙂 GURKEN, oh je… Nein danke. 🙂 Der Klassiker ist ja hier in der Schweiz sowieso mit Rinderbrühe, also passt es. 🙂 Liebe Grüsse Roger

  2. Hühnersuppe mit Ingwer, Chili und Koriander – ging bei mir gar nicht, absolut nicht, irgendwie bin ich zu Europäer *lach*. Aber die Flädle (so heißt das bei uns in Baden mit berre noisette – tolle Idee, probierei ch

    • Da hast Du recht, Ingwer, Chili und Koriander haben eine spezielle Würze die nicht jeder mag. Entstanden ist das Rezept als meine ganze Familie erkältet waren, da hat ein Mitarbeiter von mir, der lange in China war, mir die Suppe gekocht und es hat uns geholfen und ebenso geschmeckt. Seither mache ich zu Hause die Hühnerbrühe immer so.
      Die braune Butter verleiht den Flädle 🙂 ein besonderen nussigen Geschmack. Liebe Grüsse Roger

  3. Hi Roger. ich finde deinen Blog klasse!!! Yummy …Flädlesuppe;-) meine absolute Lieblingssuppe, davon könnte ich einen ganzen Topf essen 😉 ich bin begeistert dass auf Deinem Blog zu sehen, auch Dein Video auf You Tube dazu ist wirklich klasse! Ich nehme meistens eine frische Rinderbrühe dazu, werde es heute mal mit einer Hühnerbrühe probieren. Mit Ingwer und Koriander….super Idee…ich mag beides sehr…ich mache in mein Hühnersuppe immer noch frisches Zitronengras…dass mag ich besonders! Auch die Flädle mit brauner Butter…das kannte ich so auch noch nicht…werde ich heute mal probieren.
    Liebe Grüße Simone

    • Liebe Simone, danke Dir, dass Dir meinen Blog und die Video`s gefallen. Zitronengras? An das habe ich nicht gedacht. Ich liebe den Geschmack von Zitronengras. Wird sofort bei der nächsten Produktion 🙂 eingebaut. Danke Dir. Liebe Grüsse Roger

  4. Hühnersuppe mag ich auch gerne – vielleicht sollte ich deine scharfe Variante probieren, bei uns ist zur Zeit leichte Erkältungswelle …
    auch Fritatten (die österreichische Variante) mag ich gerne.
    Vielleicht mag dein Jüngster ja eine Mischung der scharfen mit der kinderfreundlichen Variante?
    Ein schönes Wochenende
    ennah

    • Liebe Ennah, genau richtig so eine scharfe Suppe bei einer angekündigten Erkältung. Die Idee die Suppe zu mischen werde ich das nächste Mal ausprobieren. Vielleicht lässt sich der kleine ja überrumpeln. 🙂 Liebe Grüsse Roger

  5. Flädlesuppe – von Kindheitstagen an geliebt, die Liebe dafür an die eigenen Kinder weitergegeben!
    Schön, dass sie auch bei euch so beliebt ist.

    Einzig, die Flädle schneide ich viel, viel dünner/schmaler, aber das ändert ja nichts am Geschmack. 🙂

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