Fasnachtschüechli – ohne Maskerade


Fasnachtschüechli

Fasnachts_chuechli (15)Leider werden Fasnachtschüechli zu selten selber gebacken. Es scheint einfacher zu sein in diversen Grossverteiler welche zu kaufen.

Kleine Bäckereien verzichten oft auf die hausgemachten Leckereien, die in Fett ausgebacken werden. Sie sind aufwendig und das Öl muss öfters gewechselt werden. (Kostenfrage)

Trotzdem gibt es einige Bäckereien die bekannt sind für Ihre Fasnachtschüechli, wie zum Beispiel die Urner Feinbäckerei Hauger in Altdorf.

Um das Jahr 1900 herum hat die Bäckerei begonnen mit der Zubereitung der Fasnachtschüechli. Heute werden ca. 3000 Stück von Hand gezogen in der Fasnachtszeit.

Es gibt sie schon lange die Knieplätze

So nannte man sie früher. Ausgerollte, runde Teige wurden über dem Knie in eine sehr dünne Form gezogen.

Sehr alt ist der Brauchtum von frittierten Fasnachtsbebäck, wie Berliner, Schenkeli und den Fasnachtschuechli. Sie wurden schon im 15. Jahrhundert gebacken und verzehrt.

Und heute werden sie bei Familie Warna verzehrt

Zuerst muss ich sie jedoch zubereiten. Heute Morgen habe ich schon mal den Teig vorbereitet und lege jetzt mein IPad mal rasch auf die Seite. Ab in die Küche und Chüechli machä.

Gebacken, sprich frittiert werden sie auf der Terrasse. Wir haben eine offene Küche und das Schlafzimmer befindet sich im dritten Stock der Wohnung in einer Art Galerie, die keine Türe hat.

Wer möchte schon in einer Frittierwolke schlafen.

So vorläufig genug geschrieben, gehe mal was arbeiten…

Fasnachtschüechli

Zutaten für 4 Personen

Die Fasnachtschüechli halten sich bis zu 2 Wochen in einer genügend grosse Keksdose.

50 g Vollei
10 g Rahm
10 g Zucker
1 Prise Salz
140 g Mehl Typ 405
10 g Butter, in Flöckchen
Puderzucker zum Bestreuen
Fett, zum schwimmend Ausbacken

Zubereitung

Fasnachts_chuechli1Fasnachts_chuechli2Fasnachts_chuechli3Fasnachts_chuechli (4)Fasnachts_chuechli (5)Fasnachts_chuechli (6)Fasnachts_chuechli (9)Die Zubereitung ist sehr einfach. 🙂 Einfach alle Zutaten in einer Schüssel vermengen.

Auf Eurer Arbeitsfläche den Teig durchkneten bis er seidig glatt ist. Handarbeit, was für eine schweisstreibende Arbeit. 🙂

Dem Teig etwas Ruhe gönnen, im Kühlschrank, eingepackt für ca. 2 Stunden. Diese Ruhepause braucht nicht nur der Teig sondern auch der Bäcker. 🙂

Nach der Ruhepause den Teig in Nussgrösse zu schneiden und so dünn wie nur möglich ausrollen.

Ich habe extra kleine Fasnachtschüechlich vorbereiten, damit sie in der Fritteuse platz haben. Wer eine grosse Pfanne hat, der kann auch grössere zubereiten. Hauchdünn ausgerollt lege ich sie auf ein mit Mehl bestäubtes Handtuch und lasse die dünnen Scheiben trocknen.

Ausgebacken werden sie in der Fritteuse bei 170° Grad. Dabei sollte man versuchen sie etwas unter die Oberfläche des Öl`s zu drücken, damit sie die schwungvolle Form bekommt.

Es geht sehr schnell, wenn keine Blubberblasen mehr zu sehen sind in der Fritteuse, dann wenden und weiter ausbacken, bis sie goldig daherkommen.

Auf einem Küchenpapier abtropfen und mit reichlich Puderzucker bestreuen.

Die Fasnacht kann beginnen… nur diese Chüechli müssen sich nicht Maskieren, die sehen zu hübsch aus um sich hinter einer Maskerade zu verstecken.

Tipp:

Es muss nicht immer Fasching sein um solch ein Gebäck Euren Gästen zu servieren. Die Chüechli kann man auch in einer Grösse von ca. 10 cm herstellen und als Türmchen servieren. Zwischen den Chüechli einfach gezuckerter, geschlagener Rahm (Sahne, Oberst) einspritzen.

Ich hoffe ich konnte auch Frittiergegener ein wenig begeistern.

Viel Spass beim nach backen.

Euer

Roger

15 Kommentare zu “Fasnachtschüechli – ohne Maskerade

  1. Hallo Roger,

    siehst was aus wie die bayrische „Auszogene“ die auch über’s Knie gelegt wird.
    Vom Teig versteh ich leider nichts und kann somit auch nicht sagen ob es derer nahe kommt 😉

  2. Hoi Roger, Fastnachtschüechli habe ich von meiner Grossmutter zubereiten gelernt..Wir haben jeweils mehre Wäschezeinen voll von dem feinen Gebäck hergestellt und die Verwandschaft beschenkt..Ich denke noch gerne an die Zeit zurück, wo es in der Küche gleich hektisch zu und her ging, wie bei der Weihnachtsbäckerei..Als meine Oma starb, habe ich noch noch oft mit meiner Tochter die Fastnachtschüechli gebacken.

    • Hallo Daniela, ja das ist mal schön zu hören, dass da draussen noch Menschen sind die selber Fasnachtschüechli backen können. Finde ich toll. Liebe Grüsse Roger

  3. Wieder ein Rezept, wo man „Heimweh“ kriegen könnte; schon lange, lange keine Fasnachtschüechli mehr gegegessen … Kann mich aus meiner Kindheit noch erinnern, dass wir daheim eine „Zeine“ (Wäschekorb, stimmt der Ausdruck noch?) gemacht haben. Leider kann ich sie nicht selber machen, da ich keine Friteuse habe. Aber wer weiss, vielleicht komme ich auch irgendwann mal wieder in den Genuss der echten …

    Übrigens, mit den „Bayerischen Ausgezogenen“ kann man sie nicht vergleichen, sind und schmecken ganz anders.

    Liebe Grüsse
    Margrit

    • Das ist doch mal ein Wort, liebe Karin. Genau so ist es mir auch gegangen. Keine mehr gekauft, schon das zweite Jahr. Hast Du grosse gemacht, oder kleine? Ich hatte nämlich das Problem mit der Grösse der Fritteuse. Lg Roger

  4. Pingback: Fasnachtschüechli | Food for Angels and Devils

  5. Super Foto ! Ich kenne diese Leckerlis nicht, aber wenn ich hier die Kommentare lese, bin ich mir bewusst, dass ich tatsächlich was verpasst habe.;))
    LG Malou

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