Tarte des demoiselles Tatin


Wie herrlich so eine Tarte.

TarteTatin (7)Der Duft der in meiner Küche liegt muss ich hier wohl nicht beschreiben. Jeder kennt mit Sicherheit den Geschmack eines frisch gebackener Apfelkuchens. Einfach nur traumhaft. Ich danke den zwei älteren Schwestern aus Frankreich die sollen nämlich dafür verantwortlich sein, dass es heute ein Rezept überhaupt gibt. Nach einem Missgeschick in der Küche legte eine der Schwester den Apfelkuchen wieder in die Form zurück (Apfelseite nach unten) und bedeckte die Äpfel nochmals mit Teig. Ab in den Ofen und die Tarte Tatin war geboren.

So einfach kann eine neue Kreation sein.

Leider ist sie nicht so einfach in der Nachstellung. Zumindest nicht, wenn alles hausgemacht sein soll. Früh um acht also lege ich dann mal los mit dem Blätterteig. Es braucht wenig Zutaten und viel Zeit. Der Blätterteig mag Ruhe in seiner Entstehung. Er möchte auch sehr oft gefaltet werden und das nicht immer auf die gleiche Art. Er bevorzugt Abwechslung, damit er sich entfalten kann.

Es gibt verschiedene Rezepte für einen Blätterteig.

Die einen vermengen die Butter mit etwas Mehl und schlagen den Teig so ein. Andere, wie ich, nehmen reine Butter. Nochmals andere geben dem Mehl-Wasserteig noch etwas Butter mitrein, dabei entsteht ein klassischer, geriebener Teig. Ich verwende nur ein Mehl-Wasserteig. Da gibt es auch Variationen beim „Touren geben“, was nichts anderes ist, als der Teig mehrmals einfalten. Einerseits die einfache Tour und dann eben noch die doppelte Tour. Für mein Tarte Tatin verwende ich Blätterteig dem ich zwei einfache Touren und zwei doppelte Touren verpasst habe. Dazu habe ich Euch ein kleines Filmchen mitgebracht.

Viel Spass beim zusehen.

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Was verwende ich für Äpfel?

Bei den Äpfeln verwende ich ein Bio-Apfel aus der Region. Von meiner Frau selbst gepflückt und eingelagert. Als Dankeschön habe ich ihre Turnschuhe geputz, denn an diesem Tag waren die Wiesen heftig durchgeweicht. Es ist ein Aargauer Herrenapfel und dieser wird nur noch selten angebaut. Die Gestalt ist klein bis mittelgoss, 50-70 mm. Der Baum nicht allzu hoch, da kommt auch meine Frau ran. 🙂 Die Haut und die Färbung sind glatt, Grundfarbe grün bis hellgelb, oft Warzig. Deckfarbe karminrot marmoriert oder gestreift. Das Kerngehäuse ist mittelgross, herzförmig und leicht pelzig. Die Samen sind kastanienbraun, lang und spitz. Das Fruchtfleisch: weissgelb, locker, ziemlich saftig und süsslich. Erntezeit und Lagerdauer: Ende Oktober und Lagerfähig bis März. Der Apfel eignet sich sehr gut zum Trocknen. Mein Tarte Tatin backe ich in einer Teflon beschichteten Pfanne, der ich den Stiel vorübergehen abgeschraubt habe. Es gibt natürlich auch die herkömmliche Art, man nimmt eine Backform. 🙂 So nun aber mal zum Rezept.

Hausgemachter Blätterteig

Zutaten für 6 Personen

190 g Mehl 3 g Salz ca. 80 g Wasser 135 g Butter Zubereitung Blaetterteig (1)Zuerst vermenge ich das Wasser und Salz mit dem Mehl. Knete ihn zu einem geschmeidigen Teig. Verpacke ihn in eine Schüssel mit Deckel und ab in den Kühlschrank für eine halbe Stunde. Blaetterteig (10)Die Teigkugel schneide ich in einem Kreuz ein und drücke die Lappen so nach unten, dass ein Quadrat entsteht. Jetzt rolle ich den Teig auf eine dicke von 1 cm aus zu einem Rechteck. Lege Die Butterplatten in die Mitte des Rechtecks und falte den Teig ineinander ein. Bestäube den Teig mit etwas Mehl und rolle in vorsichtig wieder auf ein Rechteck aus. Diesmal etwa 1,5 cm dick. Nicht zu stark drücken, damit die Butter durch den Teig quillt. Blaetterteig (7)Blaetterteig (8)Jetzt gebe ich dem Blätterteig eine einfache Tour. Ich falte 1/3 des Teiges übereinander. Das andere 1/3 falte ich darüber. So wie ein Badetuch zusammen gelegt wird. (Bei uns zu Hause auf jeden Fall) 🙂 Das wiederhole ich gleich nochmals. Dann geht es wieder für 2 Stunden zugedeckt in den Kühlschrank. Danach bestäube ich die Arbeitsfläche nochmals mit etwas Mehl und rolle den Teig nochmals vorsichtig auf 1,5 cm dicke aus zu einem Rechteck. Benetze die Teigoberfläche mit etwas Wasser und dann gebe ich dem Blätterteig eine doppelte Tour. Blaetterteig (11)Blaetterteig (12)Das geschieht wie folgt. Ich schlage den linken Teil des Teiges bis in die Mitte. Das gleiche von der rechten Seite. Nun überschlage ich den Teig auf die andere Hälfte. Hört sich kompliziert an. Ist aber relativ einfach. Das wiederhole ich gleich nochmals und lege den Blätterteig für 2 Stunden, zugedeckt wieder in den Kühlschrank. Nach seine Ruhepause, nehme ich den Teig aus dem Kühlschrank und verarbeite ihn weiter.

Tart Tatin

TarteTatin (10)Zutaten für 6 Personen

6-8 Äpfel (je nach Grösse)

120 g Zucker

70 g Butter

Zubereitung

Ich stellen meine umgebaute Teflonpfanne auf den Herd und lasse die Butter darin schmelzen. Gebe den Zucker bei und lasse das ganze Karamelisieren. Ziehe die Pfanne vom Herd.

Die Äpfel schälen ich und entkerne sie. Schneide sie in grosse Schnitze. Diese lege ich nun in die Pfanne. Umso schöner man sie hineinlegt umso hübscher sie die Tarte nach dem stürzen aus. Die Pfanne mit den Äpfeln gebe ich für 20 Minuten bei 180 Grad in den Ofen.

In der Zwischenzeit nehme ich den Blätterteig und rolle ihn auf Pfannegrösse aus. Schneide exakt die Grösse aus. Lege den Blätterteig nun auf die Apfeltarte und steche den Teig mit einer Gabel ein. Backe nun die Tarte Tatin für weiter 20 Minuten knusprig und Goldbraun.

Noch im heissen Zustand stürze ich die Tarte auf einen geeigneten Teller und serviere sie mit Vanilleeis oder Vanillesauce.

Es ist unglaublich wie so eine Tarte schmeckt, besonders, wenn der Blätterteig selber gemacht wurde. Das zeigt mir wiedermal, dass selbstgemachtes 1000mal besser schmeckt, als gekaufte Ware. Meinerseits gibt es nur eines. Die Freude am selber machen, erhöht den Genuss.

Wie sieht es bei Euch aus?

Schreibt mir doch Eure Erfahrungen, oder wie Ihr es haltet, mit selbstgemachtem.

In dem Sinne Danke ich Euch

Euer

Roger

33 Kommentare zu “Tarte des demoiselles Tatin

  1. Ich liebe deine Videos mit dieser besinnlichen Musik!!
    Nach dieser Anleitung werde ich es auch mal versuchen mit Blätterteig (hab ich noch nie selbst gemacht) – danke dir dafür.

    Wie viel Zeit muss man genau einplanen von Beginn der Teigzubereitung bis der fertige Kuchen aus dem Ofen kommt? (4-5 Std oder mehr?)

    • Liebe Eva, danke Dir. Ein kleines Geheimnis, ich höre diese Musik beim kochen zu Hause. Ich geniesse dann das kochen wie der grosse Lafer. 🙂 Für den Blätterteig benötige ich 5 Stunden. Ich nehme mir viel Zeit, dass was draus wird. Im Geschäft mache ich jeden Tag ein Schritt. 1 Tag Mehl/Wasserteig. 2 Tag die erste, einfache Tour. 3 Tag eine weitere einfache Tour und so weiter. So kann ich zwischendurch rasch am Teig arbeiten. Liebe Grüsse Roger

  2. Bei meinem bisher einzigen Versuch von selbstgemachtem Blätterteig schwamm rasch das Blech fingerhoch in Butter, während um das arme Filet Wellington nur noch ein Mehlgerippe stehenblieb. Keine Ahnung, was ich genau falsch gemacht habe, aber seither habe ich mich nie mehr getraut…

    • Liebe Julia, ist Schade, dass Du Dich nicht mehr traust. Vielleicht ein kleiner Tipp, der funktionieren könnte. Gib in die Mutter etwas Mehl. Auf 200 g Butter, etwa 50 g Mehl. Das Gemisch durchkneten und zu Platten formen. Danach einfach wie gehabt weiter verarbeiten. Ich freue mich schon auf Dein nächstes Blätterteiggebäck. 🙂 Liebe Grüsse Roger

    • Liebe Britta, da fühle ich mich sehr geschmeichelt, danke Dir. Für eine so grosse Qualität wie Dein Blog uns bescheert, braucht es bei mir noch viel. Trotzdem bedanke ich mich herzlich. Liebe Grüsse Roger

  3. Wie du bin ich Fan von selbstgemachtem.
    Aber ich greife auch schon mal zu gekauftem Blätterteig oder Plunderteig.
    Niemals allerdings fertiger Pizza-oder anderer Nudelteig.

    Selbstgemacht ist selbstgemacht 🙂
    Lg. S.

  4. Zum Glück weiss ich nicht, wo Ihr wohnt, sonst hätte ich Euch die Tarte Tatin vor der Nase weg geklaut. 😉
    Selbstgemachtes finde ich eh immer am Besten (vor allem wenn ich zum Essen von Selbstgemachtem eingeladen bin *lach*). Nur einen Blätterteig würde ich vermutlich nicht selber machen. Mindestens nicht für mich alleine – da scheint mir der Aufwand dann doch zu gross.
    Herzliche Grüsse
    Charlotte

    • Liebe Charlotte, wie konnte mir Dein Kommentar durch die Lappen gehen? 😦 Liegt vielleicht am neuen WordPress App Update, komme gar nicht klar mit dem Ding.
      Hätte Dich geradewegs eingeladen, nur weiss ich nicht ob die Tarte gereicht hätte. Du hättest mein Stück abbekommen. 🙂 Liebe Grüsse Roger

  5. iHallo
    ch persönlich mag Selbstgemachtes immer sehr gerne, Blätterteig habe ich aber seit meiner Ausbildung nicht mehr selbst gemacht. Mit kleinen Kindern daheim muss es leider oft schnell gehen.

    • Liebe Petra, das kann ich gut verstehen. Habe auch eine Handvoll Kinder und sehr wenig Zeit. Ich mache den Blätterteig in Schritten, dass ich nicht in Stress komme.:-) Liebe Grüsse Roger

    • Grazie mille Giovanni. Ich liebe alles was süss ist. Solch eine Tarte ist eine gute Mischung. Nicht zu süss, aber herzhaft. Also auch für Männer. 🙂 Lg Roger

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  8. Pingback: Hamburger Franzbrötchen | DachgartenBlog

  9. Die Tarte sieht fein aus, mein Vater hat für uns früher auch immer welche gemacht, da werden also Kindheitserinnerungen wach. Eigentlich könnte ich auch mal wieder eine machen… vielleicht traue ich mich sogar bei der ausführlichen Beschreibung mal an selbstgemachten Blätterteig.
    Liebe Grüße, Becky

    • Liebe Becky, das sind Väter die man sich wünscht. Traue Dich nur, den Blätterteig selber zu machen. Er wird Dich belohnen, glaube mir, auch wenn er nicht perfekt wird. Er verzeiht Dir das mit solch einem unvergesslichen Geschmack. Abgesehen vom Stolz, der einem wiederfährt, einen Blätterteig selber gemacht zu haben. Danke Dir und ein lieber Gruss Roger

      • Ich werde auf jeden Fall demnächst Blätterteig selbst zubereiten, denn ich denke, wer so gern bäckt, wie ich es tue, sollte das zumindest mal ausprobiert haben. Für den Moment hatte ich allerdings diesen Tarte-Geruch so in der Nase, dass es ein Fertigblätterteig wurde und ich immerhin eine Tarte Tatin zubereitet habe.
        Einen lieben Gruß zurück in die Schweiz! Becky

      • Liebe Becky, da bin ich dann gespannt, wie er Dir schmecken wird. Ich komme nicht mehr los von diesem Zeug. 🙂 Wie hat die Tarte geschmeckt? Dumme Frage, ich weiss. Eine Tarte Tatin schmeckt immer gut. Stimmt`s? Liebe Grüsse Roger

      • Ja, eine Tarte Tatin schmeckt wirklich immer gut. 😉 Ich habe noch einen Schluck Rotwein mit in das Karamell gegeben, das hat sehr gut gepasst.
        Liebe Grüße, Becky

      • Hallo Becky, als erstes mal was peinliches. (vielleicht) Ich stöberte auf Deinem Blog (sehr schöner Blog) und ich konnte nicht feststellen, ob weiblich oder männlich die hinter dem klasse Blog ist. Bin leider etwas altmodisch und möchte wissen mit welcher, sympathischen Person ich es zu tun habe. (Liebe(r) Becky)

        Das mit dem Rotwein im Karamell kenne ich so nicht, werde es mal ausprobieren, klingt fein. Liebe Grüsse Roger

      • Hallo, Fragen sollten einem nicht peinlich sein müssen, finde ich. Du hast eine begeisterte neue Leserin gewonnen.
        Ich hatte noch etwas frisch gekochten Rotweinsirup im Topf, der nicht mehr in die Flasche gepasst hatte, und wollte ihn natürlich nicht wegkippen und da passte die Tarte gut, wie ich fand. Probiere es doch mal aus und erzähle, ob dir die Variante schmeckt. Ich würde mich freuen.
        Liebe Grüße, Becky

      • Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe es auch schon in mein altes Notizbuch (Papier) geschrieben. Die Kombination, Zucker, Apfel/Birnen und Rotwein passt immer. Lg Roger

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